Verbrauchertipp | So geht die Heizung im Sommer nicht unbemerkt in Betrieb

November 3, 2023

Im Vergleich zu vergangenem Freitag zeichnet sich an den Ölbörsen ein deutlicher Preisanstieg ab. Grund dafür ist hauptsächlich die erneute Eskalation, zu der es im Konflikt zwischen den USA und dem Iran am Wochenende kam. Eine Entspannung ist derzeit nicht in Sicht, allerdings kam es gestern Nachmittag an den Börsen zu einer technischen Abwärtskorrektur, infolge derer die europäischen Kontrakte Brent und Gasoil geringfügig niedriger schlossen als noch am Vortag.

 

Markt befürchtet erneute Einmischung Israels in Konflikt
Der europäische Rohölkontrakt Brent erreichte am frühen Donnerstagnachmittag zunächst noch den höchsten Stand seit fast sechs Wochen, nachdem der israelische Verteidigungsminister Israel Katz Drohungen gegen den Iran aussprach.

 

Bereits am Mittwoch hatte Israels Premierminister Benjamin Netanjahu während eines Besuchs einer traditionellen jüdischen Hochschule in Sderot im Hinblick auf die Bedrohung durch den Iran gesagt: „Sie [die Iraner, Anm. d. Red.] greifen alle an und bedrohen sie, aber nicht hier, denn sie wissen bereits, welche Folgen ein Angriff auf Israel hätte.“ Ein Angriff der Iraner auf Israel wäre „eine ihrer letzten Entscheidungen“, so Netanjahu.

 

Katz bließ gestern bei einer Zeremonie im Verteidigungsministerium im Vorfeld des jüdischen Neujahrsfestes, das am 11. September beginnt, ins selbe Horn. Während er einräumte, dass die wirtschaftlichen Sanktionen gegen den Iran Wirkung zeigen würden, äußerte er Bedenken, dass der wirtschaftliche Druck Teheran zu „verzweifelten Maßnahmen“ verleiten könnte.

 

Sollten sich diese auch wieder gegen Israel richten, versicherte der Verteidigungsminister: „Jeder iranische Angriff auf Israel wird uns von allen Beschränkungen befreien. Wir werden die gesamte Infrastruktur, einschließlich der Energieinfrastruktur, angreifen und den Iran in die Steinzeit und in die Dunkelheit zurückversetzen“. Israel hatte Ende Februar zusammen mit den USA Angriffe auf Ziele im Iran durchgeführt, was zu Vergeltungsschlägen Irans sowie der faktischen Sperrung der Straße von Hormus geführt hatte.

 

Mitteldestillate bleiben nach US-Bestandsdaten unter Langzeithochs
Während die Rohölkontrakte an den Ölbörsen in den USA und Europa gestern neue Mehrwochenhochs verzeichneten, blieb der europäische Mitteldestillatkontrakt Gasoil unter dem Mehrmonatshoch, das er am Mittwoch erreicht hatte. Dies dürfte auch mit dem wöchentlichen Ölmarktbericht zusammenhängen, den das US-Energieministerium (DOE) am späten Mittwochnachmittag herausgab.

 

Dieser zeigte für die Woche zum 28. August einen überraschenden – wenn auch nur leichten Anstieg der US-Destillatbestände -, und einen Rückgang der Nachfrage in dieser Produktkategorie. Zwar bleiben die Destillatvorräte jenseits des Atlantiks damit im saisonalen Vergleich immer noch auf einem extrem niedrigen Niveau, die Aufbauten sorgten jedoch in der aktuell angespannten Versorgungslage zumindest für eine Verschnaufpause.

 

Inlandspreise günstiger erwartet
Die leichte Abwärtskorrektur beim Preis des Gasoil-Kontrakts wirkt sich auch auf die Inlandspreise aus. So können die Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet heute mit Abschlägen von bis zu -1,90 bis -2,50 Euro pro 100 Liter Heizöl im Vergleich zu gestern Morgen rechnen.