
Die Ölmärkte halten auch zur zweiten Wochenhälfte verstärkt Fokus auf die Entwicklungen im Nahen Osten. Hier stehen der Iran und die USA weiterhin in Besprechungen zu Friedenseinigungen, auch wenn eine klare Entscheidung derzeit noch aus bleibt. Entsprechend tritt wieder mehr Optimismus am Markt vor, dennoch warnen einige Experten, dass auch sofortiger Frieden die aktuelle Marktversorgung und die daraus entstandenen Preise nicht gleich auf Vorkriegszeiten bringen wird.
Trump hofft auf Friedensabkommen, betont auch Kriegsbereitschaft
Mittwochabend erklärte US-Präsident Donald Trump, dass die Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten in der „Endphase“ wären. Dabei hoffe der US-Präsident, dass es zum Friedensschluss kommt, betonte aber dennoch eine grundlegende Angriffsbereitschaft, ähnlich wie schon in den vergangenen Wochen und Monaten.
Die Ölmärkte reagierten auf dieses Verhalten grundsätzlich weiterhin vorsichtig, ein gewisser Optimismus schleicht sich dennoch wieder bei den Marktteilnehmern ein. Ob dieses voreilig ist, wie zuletzt schon mehrfach, lässt sich jetzt natürlich noch nicht sagen. Ob ein baldiges Kriegsende die aktuelle Krisensituation jedoch wie mit einem Fingerschnipp beendet, wird von vielen Experten stark bezweifelt.
Ölmarktversorgung bleibt angespannt, zeitweise auch nach Kriegsende
So erklärten die Experten von Goldman Sachs, einer der weltweit größten Analystengruppen, dass die physischen Rohölvorräte in einem nie dagewesenen Tempo abgebaut werden. Zwar sind die direkten Folgen in einigen Ländern bisher nur Preisanstiege, doch mit jedem Tag den der Krieg andauert, sinken die weltweiten, sichtbaren Ölvorräte um mehr als 8 Mio. Barrel pro Tag, während Nachschub aus dem Nahen Osten weitgehend ausbleibt.
Selbst wenn der Krieg im Nahen Osten sofort enden würde und die Durchfahrt durch die Straße von Hormus sofort freigegeben würde, rechnen Marktexperten damit, dass es Monate bis Jahre dauern wird, bis Preise und Versorgung sich wieder stabilisieren. Exporte aus dem Nahen Osten brauchen gut und gerne 1-2 Monate um zum Beispiel in Europa anzukommen, und Frachtraum für Öltransporte wird scharf umkämpft sein, weshalb auch nach einem Kriegsschluss die Versorgungslage noch eine ganze Weile angespannt bleiben könnte.
Heizöl moderat günstiger
Mit der (erneut) wachsenden Hoffnung auf einen Friedensbeschluss zwischen den USA und dem Iran, konnten die Öl- und Ölproduktpreise gestern deutliche Abstriche verzeichnen. Davon profitieren auch die Heizölkäufer, welche aktuell im deutschlandweiten Durchschnitt mit Heizöl-Preisabschlägen um -2,40 bis -3,40 Euro pro 100 Liter gegenüber Mittwochvormittag rechnen können.