Trump fordert niedrigere Ölpreise – schwierige Preisprognosen – Heizöl etwas günstiger

November 3, 2023

Die gestrige Verhandlungsrunde zwischen Teheran und Washington hat zwar keinen Durchbruch gebracht, aber auch (noch) nicht die befürchtete Militäreskalation. Dennoch bleibt das Risiko hoch, denn vieles deutet darauf hin, dass vor allem das Thema Urananreicherung eine kaum zu überwindende Hürde bleibt. Erst einmal sollen die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA aber weitergehen.

 

Weitere Gespräche schon am Montag
Schon am Montag soll es in Wien weitere Gespräche zu einem möglichen neuen Atomabkommen geben. Verwunderlich ist die neue Dringlichkeit dabei nicht, hatte der US-Präsident Donald Trump dem Iran doch letzte Woche ein Ultimatum von maximal 15 Tagen gestellt, um einem solchen zuzustimmen. Sollte dies nicht gelingen, würden „schlimme Dinge“ passieren. Die USA haben ihre Militärpräsenz im Nahen Osten zuletzt massiv angezogen und Teheran immer wieder mit Angriffen gedroht.

 

Vance: Kein „jahrelanger Krieg“ im Iran
In einem Interview mit der „Washington Post“ sagte US-Vizepräsident JD Vance gestern, dass ein „jahrelanger Krieg ohne absehbares Ende im Nahen Osten“ nicht passieren werde. Darin steckt aber auch die Aussage, dass kurze, heftige Angriffe – wie etwa letzten Juni, als Israel und die USA gemeinsam die iranischen Atomanlagen ins Visier nahmen – im Rahmen des Möglichen liegen. Vance sagte, er wisse nicht, wie sich Trump entscheiden werde. Als Optionen beschrieb er sowohl Militärschläge „um sicherzustellen, dass der Iran keine Atomwaffe bekommt“, als auch eine diplomatische Lösung.

 

Ölbörsen bleiben in Habacht-Stellung – Angebotsausfälle könnten Preise explodieren lassen
Klar ist, dass ein möglicher Kriegsausbruch nicht nur fatal für die Bevölkerung in der Region wäre, sondern auch deutliche Auswirkungen auf den Ölmarkt haben dürfte. Der Iran ist nach wie vor einer der größten Ölproduzenten der OPEC, so dass mögliche Produktionsausfälle durchaus global spürbar wären. Hinzu kommt, dass der Iran die Straße von Hormus kontrolliert, eine wichtige Wasserstraße im Persischen Golf, durch die täglich etwa ein Fünftel des globalen Ölbedarfs transportiert wird. Sollte dieser Transit beeinträchtigt werden, würden die Preise deutlich steigen.

 

Inlandspreise
Bei den Inlandspreisen setzt sich heute aufgrund der erhöhten Preise an den Ölbörsen ein gewisser Aufschlag gegenüber Donnerstagmorgen durch. Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen deshalb heute im Durchschnitt etwa +0,45 bis +0,85 Euro/100L mehr als gestern.