Preisstatistik – Heizölpreise bleiben bei fortwährendem Nahost-Konflikt auf hohem Niveau

November 3, 2023

Der Iran-Krieg geht mittlerweile in die fünfte Woche und auch wenn es indirekte Gespräche zwischen den USA und Iran geben soll, bleiben die Preise an den Ölbörsen und damit auch die Inlandspreise weiterhin auf hohem Niveau. Dies liegt unter anderem auch daran, dass es neben den Meldungen über Verhandlungen auch Gerüchte darüber gibt, dass die USA nun doch Bodentruppen in den Iran schicken könnten. Hinzu kommt, dass der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus immer noch stark beeinträchtigt ist.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Der fortwährende Nahost-Konflikt, der nun bereits einen Monat andauert, lässt die Ölpreise weiter steigen, zumal trotz angeblicher Gespräche nicht auszuschließen ist, dass es noch einmal zu einer stärkeren Eskalation kommt. So sorgten die Gerüchte über den möglichen Einsatz von US-Bodentruppen heute rein rechnerisch bereits für einen Preisanstieg um +4,69 Euro bzw. +3,1 % im Vergleich zu Freitag. Verglichen mit vergangenem Montag ergibt sich jedoch ein leichter Rückgang -0,94 Euro bzw. -0,6 %. Auf Monatssicht sind die Preise in der Bundesrepublik im Durchschnitt mit +65,83 Euro noch einmal deutlich gestiegen.


Langfristige Preisentwicklung
Die Heizölpreise in Deutschland blieben zuletzt auf dem höchsten Wert seit den frühen Tagen des Ukraine-Kriegs. An der Londoner Rohstoffbörse ICE erreichte der Gasöl-Kontrakt heute Morgen den höchsten Stand seit dem 9. März 2022. Verbraucher in der Bundesrepublik zahlen daher aktuell
etwa +65,83 Euro bzw. +74,8 % mehr als noch vor drei Monaten. Im Vergleich zu den Preisen, die 100 Liter Heizöl in Deutschland vor einem Jahr kosteten, kam es zu einem Anstieg um etwa +58,88 Euro. Ein Plus von +50,24 Euro zeigt sich derweil noch im Vergleich zu den Preisen von Ende März 2024. Diese Preisdifferenzen können regional und in Zusammenhang mit den aktuellen, geopolitischen Spannungen überall variieren.

 

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– USA könnten Bodentruppen in den Iran schicken
Wenngleich es heißt, dass es indirekte Gespräche zwischen Washington und Teheran gebe, so besteht Medienberichten zufolge auch immer noch die Möglichkeit, dass die USA Bodentruppen in den Iran schicken. Dies könnte zu einer erneuten Eskalation des Konflikts führen und das Angebot weiter beeinträchtigen.

– Huthis steigen in den Konflikt ein
Am Wochenende haben sich die vom Jemen aus agierenden und vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen nun in den Konflikt eingemischt. Dadurch könnte zusätzlich zu den Ölexporten über die Straße von Hormus nun auch die Öllieferungen, die vom Roten Meer aus abgewickelt werden, maßgeblich beeinträchtigt werden.  Vor allem Saudi-Arabien hatte zuletzt größere Mengen seines Öls vom Osten in den Westen geschickt, um es von den dortigen Häfen aus zu exportieren.


Was spricht aktuell für sinkende Preise?
– Verlängerung des Ultimatums für den Iran
Nachdem US-Präsident Trump dem Iran am vorvergangenen Samstag noch ein Ultimatum von 48 Stunden für die Freigabe der Straße von Hormus gestellt hatte, verlängerte er dieses im Verlauf der vergangenen Woche bis zum 6. April. Als Grund dafür nannte Trump vielversprechende Gespräche mit Teheran. Diese werden Berichten zufolge von Pakistan vermittelt.

Freigabe von Öl aus strategischen Reserven
Bereits am 11. März hatte die IEA in Koordination mit den USA die Freigabe von 400 Mio. Barrel Öl aus den strategischen Reserven ihrer 32 Mitgliedsländer angekündigt. Die diesbezüglichen Maßnahmen sind in einigen Ländern wie beispielsweise den USA und Japan mittlerweile angelaufen.

Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 30.03.2026