Ölbörsen erholen sich weiter – Heizöl wird teurer

November 3, 2023

Nachdem vergangene Woche eine schiere Preisrallye stattgefunden hat, entspannte sich die Lage zum Start in die neue Woche etwas. Geopolitische Risiken und Gespräche stehen derzeit wieder im Vordergrund, die daraus stemmende Unsicherheit ließ in den vergangenen Tagen die Preise an den Ölbörsen deutlich ansteigen.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Die Heizölpreise sanken über den vergangenen Wochenabschluss spürbar ab und sind damit aktuell -1,16 Euro günstiger als Freitagnachmittag kurz vor Handelsschluss. Dabei ist die Abschwächung jedoch nur relativ, da die Ölpreise vergangene Woche, aufgrund geopolitischer Spannungen, erheblich angestiegen sind. So zahlen Abnehmerinnen und Abnehmer in Deutschland heute durchschnittlich +4,46 Euro mehr als vor einer Woche und +4,62 Euro mehr als vor einem Monat.

Langfristige Preisentwicklung
Während die aktuellen Preise für Heizöl durchschnittlich rund +3,46 Euro teurer sind als vor 3 Monaten und damit ebenfalls auf Verteuerung schließen lassen könnten, zeichnen sich bei längeren Vergleichen trotzdem allgemeine Preisrückgänge ab. So zahlen Käuferinnen und Käufer von Heizöl aktuell etwa -2,96 Euro weniger als noch vor einem Jahr, und -6,70 Euro bzw. -6,4 Prozent weniger als Ende Februar 2024.

 

 

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– US-Ölbestandsdaten mit deutlichen Abbauten
Aufgrund steigender Raffinerieauslastungen und sinkender Ölimporte in den USA kam es in der vergangenen Woche zu erheblichen Abbauten der US-Ölbestände. Zwar steht die Versorgung des Landes damit nicht direkt in Gefahr, sorgt aber dennoch für Skepsis und Unsicherheit am Markt.

– USA stellt Ultimatum an den Iran…
Im Rahmen der Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran erhöhte US-Präsident Trump den Druck gegen das nahöstliche Land indem er ein Ultimatum von „10 bis 15 Tagen“ für die Erstellung einer ersten Abkommens-Vorlage meldete. Sollten bis dahin keine klaren Ergebnisse vorlegen, könnte es harte Konsequenzen gegen den Iran geben.


Was spricht aktuell für sinkende Preise?
– … trotzdem zeitnahe Fortsetzung der Atomgespräche
Vielleicht muss es aber auch gar nicht so weit kommen. So meldete der Außenminister des Oman, wo die ersten Gespräche stattfanden, dass die Atomgespräche bereits diesen Donnerstag wieder aufgenommen werden.

– USA kämpft um Erhalt von Strafzöllen
Ein Großteil der US-Strafzölle gegen viele globale Länder wurden vom Obersten Gerichtshof als ungültig erklärt. Nun stellen sich viele Zollfragen, auch über Rückzahlungen bereits getätigter Zölle und Änderungen zukünftiger Abgaben. Zu letzterem hob US-Präsident Trump bereits am Wochenende allgemeine Handelszölle für Importwaren von 15% an.

– Überversorgung der Ölmärkte erwartet
Nichts geht daran vorbei, dass ein Großteil der Ölmärkte mit Angebotsüberschüssen rechnet. Und auch wenn derzeit die geopolitischen Risiken die Ölpreise eher hoch halten, bleibt im Hintergrund der Gedanke, dass ein Überangebot die Preise wieder und weiter drücken könnte.

 

Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 23.02.2026