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Ölbörsen erholen sich weiter – Heizöl wird teurer

November 3, 2023

Nachdem sich die Demokraten im US-Kongress bei den Zwischenwahlen am Dienstag wieder die Mehrheit sichern konnten, gaben die Rohölpreise an den Rohstoffbörsen gestern noch einmal deutlich nach. So verzeichnete der Nordsee-Rohölkontrakt Brent am gestrigen Mittwoch erstmals seit dem 1. September wieder einen Settlementpreis von weniger als 95 Dollar pro Barrel. Dies liegt vor allem an der Hoffnung, dass die Wahlschlappe der Republikaner  den militärischen Handlungsspielraum von Präsident Trump stärker begrenzen wird und eine Lösung des Konflikts mit dem Iran auf diplomatischem Wege deutlich wahrscheinlicher werden könnte.

Markt hofft auf Ende des Iran-Kriegs auf dem Verhandlungsweg
Letzteres spiegelt sich besonders in einem Beitrag wider, den Vize-Präsident JD Vance auf der Kommunikationsplattform X nach den Zwischenwahlen veröffentlichte. Darin nannte er den Iran-Krieg als Grund für die Wahlschlappe.  Jedes ehrliche Gespräch über den weiteren Kurs müsse bei dieser Erkenntnis ansetzen, so Vance.

Präsident Trump hatte gegenüber der Wirtschaftszeitung Financial Times bereits kurz vor den Zwischenwahlen angegeben, Washington plane direkt nach den Zwischenwahlen keine Militärschläge gegen den Iran. Vielmehr wollte Trump den Verhandlungen mit Teheran nach den Midterms noch etwas Zeit geben. Nichts destotrotz seien kleinere Schläge auf die am Pickaxe Mountain vermutete unterirdische Atomanlage denkbar.

Einstufung des US-Zwischenwahlergebnisses durch Iran nun von Bedeutung
Die Frage ist aber nun auch, wie das Ergebnis der US-Zwischenwahlen in Teheran interpretiert wird. „Die Ergebnisse der US-Wahlen machen eine Einigung für Trump dringlicher, für den Iran aber nicht einfacher“, erklärt diesbezüglich Ebtesam al-Ketbi, Präsidentin des Emirates Policy Center in Abu Dhabi. Erkenne der Iran, dass Trump ein „Abkommen brauche, aber nicht irgendein Abkommen“, so könne sich eine Chance auf ein Kriegsende eröffnen. Werte Teheran das Ergebnis dagegen als Zeichen nachlassender US-Entschlossenheit, könnte dies den Iran erneut dazu ermutigen, die Lage wieder militärisch eskalieren zu lassen, so die Expertin.

Heizöl etwas günstiger erwartet
Nach dem starken Preisrückgang der vergangenen Tage starten die Ölfutures an den Rohstoffbörsen heute Morgen erst einmal wieder eine Aufwärtskorrektur. Diese fiel bislang allerdings noch so zögerlich aus, dass sich bei den Inlandspreisen angesichts des gestrigen Preisrutsches an der ICE immer noch ein deutlicher Rückgang abzeichnet. So dürfen Verbraucherinnen und Verbraucher in der Bundesrepublik heute Vormittag gegenüber Mittwochvormittag mit Preisnachlässen von -5,40 bis -6,80 Euro pro 100 Liter Heizöl rechnen. Diese Zahlen sind wie gewohnt jedoch nur eine Momentaufnahme und können sich im volatilen Marktumfeld jederzeit wieder ändern.