Ölbörsen erholen sich weiter – Heizöl wird teurer

November 3, 2023

Der Mittwoch war abermals geprägt von gemischten Aussagen und Stimmungen an den Ölmärkten. So kamen zwischenzeitig Infos hoch, dass der Iran und die USA an Friedensverhandlungen festhalten und fortschreiten würden, was iranische Politiker am Nachmittag direkt noch dementierten. In Russland kam es weiterhin zu ukrainischen Angriffen auf Exportstrukturen, während sich die Abstimmungen in den USA zu neuen Russlandsanktionen fortsetzen. Nun will der russische Präsident stärker gegen die EU und ihren Kampf gegen Russlands Schiffe durchgreifen.

Russland droht mit Konfiszierung von EU-Schiffen
Seit dem Krieg zwischen der Ukraine und Russland nahmen Europa, wie auch die USA und Großbritannien, immer wieder Schiffe in ihre Sanktionsregister mit auf. Diese dürfen nach bestehenden Sanktionsgesetzen abgefangen und überprüft werden, und bei Zuwiderhandlung gegen Seefahrtsgesetze zeitweise aufgehalten und mit Strafen belegt werden, bevor sie nach entsprechenden Zahlungen wieder freigegeben werden. Dieses Jahr wurden so insgesamt neun russische Öltanker abgefangen, überprüft und teils erst unter Zahlung von Strafen freigegeben.

Russlands Regierung erklärt schon seit Jahren, dass die Sanktionsmethoden gegen ihre Waren- und Öltransporte rechtswidrig seien, und dass die Beschlagnahmung und Festhaltung der Schiffe „nicht weniger als Piraterie und Diebstahl“ sei. Um sich dagegen zu wehren, erklärte Russlands Präsident Vladimir Putin deshalb am Mittwoch, dass er selbst schlicht auf die gleiche Art gegen europäische Schiffe vorgehen könnte, wenn die EU weiterhin russische Schiffe kontrolliert und übernimmt.

Putin erklärte außerdem, dass seine Interventionen gegen EU-Schiffe jederzeit überall auf der Welt stattfinden könnten, nicht nur in den Gewässern, die Europa mit den eigenen Sanktionsgesetzen zu schützen versucht. Die russische Pazifik-Flotte bestätigte das Vorhaben bereits und machte deutlich, dass man die Kapazitäten und Möglichkeiten hätte, jederzeit gegen Schiffe „unfreundlicher Staaten“ vorzugehen.

Heizöl am Donnerstag etwas günstiger erwartet
Während die weltpolitischen Spannungen die Energie- und Ölmärkte weiter fest im Griff halten, blieben schärfere Eskalationen insgesamt aus. Entsprechend beruhigten sich auch die Preisentwicklungen, was leichte Rückgänge beim Heizölpreis am Donnerstagvormittag mit sich brachte. Diese liegen in der Bundesrepublik aktuell bei rund -0,90 bis -1,90 Euro pro 100 Liter, können sich aufgrund der allgemein unsicheren Entwicklungen am Weltmarkt jedoch jederzeit deutlich verändern.