Ölbörsen erholen sich weiter – Heizöl wird teurer

November 3, 2023

Das Auf und Ab am Ölmarkt setzt sich fort. Wo gestern noch die Aussichten auf einen neuerlichen Kriegsausbruch zwischen Iran und USA für Preisanstiege gesorgt hatte, geben die börsengehandelten Rohölpreise zur Wochenmitte wieder nach – obwohl sich an der vertrackten Lage im Persischen Golf kaum etwas geändert hat. Stattdessen richtet sich der Blick heute auf ein hochrangiges Gipfeltreffen in China zwischen US-Präsident Donald Trump und Staatspräsident Xi Jinping.

 

Gipfeltreffen in China
Am Markt erhofft man sich, dass Peking eine Art Vermittlerrolle einnehmen könnte, denn China ist für beide Kriegsparteien ein wichtiger Handelspartner. So ging in den letzten Jahren ein Großteil der iranischen Ölausfuhren an die Volksrepublik, die damit der wichtigste Kunde für den Iran ist. Die USA hatten unterdessen im letzten Jahr einen erbitterten Handelskrieg mit Peking vom Zaun gebrochen, der immer noch noch endgültig beigelegt ist. Das diplomatische Eis, auf dem man sich bewegt, ist also recht dünn.

 

Ob Peking also tatsächlich Einfluss auf die Entwicklungen im Persischen Golf nehmen kann, bleibt abzuwarten. Laut Donald Trump selbst, stellt sich diese Frage überhaupt nicht. Der Krieg mit dem Iran werde bei den Gesprächen mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi voraussichtlich keine zentrale Rolle spielen, erklärte der US-Präsident vor Journalisten. Im Mittelpunkt stünden vielmehr Handelsfragen. Zugleich betonte Trump aber: „Wir haben Iran weitgehend unter Kontrolle.“

 

Persischer Golf bleibt zentrales Thema
Inwieweit man dem US-Präsidenten in dieser Einschätzung glauben kann, bleibt fraglich. Klar ist, dass auch die USA mehr und mehr unter den Angebotsausfällen im Nahen Osten und den daraus resultierenden hohen Energiepreisen leiden. Somit bleibt die Entwicklung im Nahen Osten auch weiterhin das zentrale Thema am Ölmarkt. Experten und Marktbeobachter weisen vermehrt darauf hin, dass eine Rückkehr zum Status Quo immer schwieriger, vielleicht sogar unmöglich wird, je länger die Pattsituation besteht.

 

Der globale Ölhandel muss sich erneut an die geopolitischen Bedingungen anpassen, und zwar in einem Maße, dass sogar die Verwerfungen im Zuge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine 2022 in den Schatten stellt. Schon damals hatten sich die Lieferwege gezwungenermaßen verändert und angepasst, um mit den neuen Gegebenheiten umgehen zu können. Ein ähnliches Prozess wird auch jetzt nötig sein und die bestehenden Handelsketten irreversibel verändern.

 

Inlandspreise bleiben volatil
Bei den Inlandspreisen bleibt die Volatilität hoch. Hier ergeben sich je nach Region sehr unterschiedliche Bedingungen und die Preisdifferenzen können ungewöhnlich hoch ausfallen. Im bundesdeutschen Durchschnitt muss heute mit leichten Aufschlägen von +0,25 bis +0,95 Euro pro 100 Liter gerechnet werden.