Kompletter Ausfuhrstopp in Libyen? – Ölpreise steigen und ziehen Heizöl mit nach oben

November 3, 2023

Mit einem erneuten Aufflammen der Angriffe im Persischen Golf haben die börsengehandelten Ölpreise zum Start in die Woche einen Satz nach oben gemacht und setzen auch heute ihren Preisanstieg fort. Damit haben auch die Heizölpreise in der Bundesrepublik wieder zugelegt und bleiben auch heute auf vergleichsweise hohem Niveau.

 

Anhaltende Krise im Persischen Golf
Am Wochenende hatten US-Streitkräfte erstmals seit Ende Juli wieder Militärziele im Iran angegriffen. Teheran reagierte mit Vergeltungsschläge und so wiederholt sich im Persischen Golf das seit Monaten bekannte Muster aus gegenseitigen Drohungen, Eskalation und Militärschlägen. Im Fadenkreuz dabei immer die Straße von Hormus, wo im Zuge der jüngsten Angriffe auch wieder Öltanker ins Visier gerieten.

 

Entsprechend angespannt bleibt die globale Versorgungslage, denn auch, wenn zuletzt wieder mehr Öl durch die wichtige Meerenge floss, sind die Exportmengen im Vergleich zum Vorkriegsniveau weiterhin gering. Dabei ist Rohöl für den Ölmarkt noch nicht einmal das Hauptproblem. Viel drängender macht sich die Angebotsknappheit bei Produkten wie Benzin und Diesel bemerkbar, so dass die Preise auch in Deutschland zuletzt immer weiter gestiegen sind.

 

Russische Raffinerieausfälle verknappen globalen Produktmarkt
Dies hängt allerdings längst nicht nur mit der Krise im Persischen Golf zusammen. Vielmehr zeigen hier die ukrainischen Angriffe auf russische Infrastruktur ihre Wirkung. In den letzten Jahren hat Kiew seine Drohnenstrategie stetig verbessert und ausgeweitet, so dass es inzwischen kaum einen Tag gibt, an dem keine russischen Raffinerien oder andere Energieeinrichtungen getroffen werden – mit weitreichenden Folgen für Russland.

 

Auch, wenn Moskau keine Informationen über die ausgefallene Raffineriekapazität preis gibt, musste der Kreml schon vor Monaten eingestehen, dass die Verarbeitungsausfälle in manchen Regionen des Landes zu massiven Versorgungsproblemen geführt haben. Entsprechend gilt aktuell ein striktes Exportverbot für russische Ölprodukte, die damit allerdings am Weltmarkt fehlen.

 

Dies macht sich indirekt auch in Europa bemerkbar, auch wenn die EU-Länder schon lange keine Energie mehr aus Russland beziehen. Doch in Asien sieht das ganz anders aus. Hier sind nun aber mit der Krise im Persischen Golf und den russischen Exportausfällen gleich zwei wichtige Exportquellen ausgetrocknet, so dass die Konkurrenz um die verbleibenden Mengen weltweit groß ist und die Preise für Produkte weiter steigen.

 

Inlandspreise wieder gestiegen
Durch diese globale Angebotsverknappung steigen auch die Heizölpreise im Inland. Entsprechend müssen Verbraucherinnen und Verbraucher heute mit Aufschlägen von bis zu +3,15 bis +4,15 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu gestern morgen rechnen.