USA verstärken Druck auf Iran – Trump droht mit Zöllen – Heizöl etwas teurer

November 3, 2023

Der Iran-Krieg sorgt weiterhin für enorme Volatilität an den internationalen Ölbörsen und treibt die Preise nicht nur in die Höhe, sondern verursacht auch immer wieder Schwankungen. So drehten die börsengehandelten Ölpreise gestern sogar etwas ins Minus, machen diese Verluste heute früh aber schon wieder wett. Insgesamt bleibt die Risikolage angespannt und die Preise damit hoch.

 

Kein Ende des Krieges in Sicht
Auch in Woche drei des Krieges zwischen Iran auf der einen und den USA und Israel auf der anderen Seite gibt es keine Aussicht auf Entspannung – eher im Gegenteil. Die für den Energietransport so wichtige Straße von Hormus bleibt weiter blockiert, gleichzeitig weiten sich die Angriffe in der Region aus. Immer wieder wird auch wichtige Energieinfrastruktur getroffen.

 

Iran weitet Angriffe auf Energieinfrastruktur aus
So haben die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) den Betrieb am Erdgas-Feld Shah vorübergehend ausgesetzt, nachdem dort iranische Drohnen eingeschlagen hatten. Bereits zum Wochenbeginn war der wichtige emiratische Ölhafen Fudschaira ins Visier iranischer Drohnen geraten. An dem Hafen, von dem aus Öl exportiert werden kann, ohne die Straße von Hormus passieren zu müssen, konnte der Betrieb zum Teil wiederaufgenommen werden.

 

Im Irak soll der Iran unterdessen das Ölfeld Majnoon angegriffen haben. Einem Nachrichtenbericht zufolge wurde das Ölfeld in der Provinz Basra am Montag Ziel von zwei Drohnen. Der Irak hatte schon kurz nach Kriegsbeginn damit begonnen, die Produktion an seinen Öl- und Gasfeldern zu drosseln, da durch die Exportunterbrechung am Persischen Golf die Lagerkapazitäten knapp wurden.

 

Anleger am Ölmarkt bleiben vorsichtig
Am Ölmarkt bleibt man skeptisch, ob es ein schnelles Kriegsende geben kann. Alle bisher ergriffenen Maßnahmen um die Folgen der Blockade an der wichtigen Wasserstraße zu lindern, verpufften mehr oder weniger wirkungslos – ob es die letzte Woche beschlossenen rekordhohen Freigaben aus den Notfallreserven sind, oder der US-Plan, den Schiffsverkehr militärisch zu schützen. Trumps Forderung nach Unterstützung bei diesem Plan erteilten die meisten Länder, darunter auch Deutschland, gestern eine Absage.

 

Inlandspreise legen wieder etwas zu
Für die Heizölpreise im Inland bedeutet das heute aller Wahrscheinlichkeit nach erneut Aufschläge. So ergbit sich aktuell rein rechnerisch im Bundesdurchschnitt ein Aufpreis von +0,25 bis +1,25 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu gestern Vormittag.  Aufgrund der anhaltend starken Volatilität kann es jedoch bei den Inlandspreisschätzungen je nach Region und Uhrzeit zu deutlichen Abweichungen kommen.