Öffnet in einem neuen Tab

USA verstärken Druck auf Iran – Trump droht mit Zöllen – Heizöl etwas teurer

November 3, 2023

Nachdem die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran erneut ins Stocken geraten, gleichzeitig aber der Ölfluss aus dem Nahen Osten wieder als deutlich steigend gemeldet wird, kam es bei den Ölbörsen gestern zu teils deutlichen Kursrückgängen. Dennoch sind die Preise sehr hoch und stellen für Unternehmen und Bevölkerung eine deutliche Mehrbelastung dar. Hier will die USA ein wenig eingreifen und lässt Ölreserven aus den staatlichen Reserven zum Verkauf anbieten, um die Preise im Land zu drücken. Auch die EU führt hierzu Gespräche, scheint jedoch insgesamt entspannter zu sein.

USA gibt 40 Mio. Barrel aus strategischen Reserven frei
Um gegen die hohen Energiepreise im Land vorzugehen, meldeten die USA gestern die Freigabe von bis zu 40 Mio. Barrel Rohöl aus den strategischen Reserven des Landes. So soll der Preisdruck im Land aufgrund der Kriegssituation im Nahen Osten und in Russland ausgebremst und die günstigere Versorgung mit Kraftstoffen in den Vereinigten Staaten gesichert werden. Interessenten können ihre Gebote bis zum 6. Oktober einreichen.

Bereits Mitte März beschlossen die Mitgliedsstaaten der internationalen Energieagentur, insgesamt 400 Mio. Barrel Öl aus den landeseigenen Reserven auf den Markt zu bringen, um dem Exporteinbruch der Nahostländer im Rahmen des USA-Israel-Iran-Konflikts gegen zu steuern. Die USA meldete damals Freigaben von insgesamt 172 Mio. Barrel, die gestern bestätigten Mengen würden die Freigaben des Landes nun vervollständigen.

IEA in Gesamtheit zögerlich zu Freigaben
Während die Vereinigten Staaten ihre Vorräte weiter öffnen, bleibt man in der EU und auch seitens des IEA-Chefs noch etwas verhaltener. Vor wenigen Wochen hat Frankreich noch darauf gepocht, dass es eine Versammlung der Nationen bräuchte, um weitere Öffnungen der strategischen Ölreserven zu besprechen. IEA-Chef Fatih Birol blieb gestern jedoch deutlich entspannter und erklärte, dass es den jeweiligen Mitgliedsländern zwar offen stehe, zur Öffnung der Reserven zu beraten, es gäbe jedoch bislang keine klaren Pläne zu einem solchen Vorhaben.

Börsenentspannung am Dienstag lässt Heizölpreise sinken
Am Dienstag kam es an den Ölbörsen zu deutlichen Preisnachlässen, nachdem sich Informationen verdichteten, dass sich die Ölexporte aus dem Nahen Osten wieder deutlich stabilisieren. Die Lage ist dennoch mehr als entspannt und die Preise sehr hoch, dennoch können Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in der Bundesrepublik heute mit leichten Preisnachlässen in Höhe von -0,95 bis -1,95 Euro pro 100 Liter rechnen. Aufgrund der stetigen Entwicklungen in Konflikt und Wirtschaft sind diese Preise jedoch nur eine Momentaufnahme und können sich jederzeit ändern.