US-Rohölbestände steigen an – Gaza-Verhandlungen auf der Kippe – leichtes Plus beim Heizöl

November 3, 2023

An den Ölbörsen ging es zum Wochenstart gestern erst einmal deutlich nach unten. Dies war hauptsächlich den Anzeichen für eine Annäherung zwischen den USA und Iran geschuldet, nachdem die Möglichkeit eines US-Militärschlags gegen das Mullah-Regime in der vergangenen Woche zeitweise noch für stark steigende Preise gesorgt hatten.

Iran und USA wollen reden
Wieder einmal waren es Äußerungen von US-Präsident Trump, die die Preise der Kontrakte an den Ölbörsen am gestrigen Montag sinken ließen. Dieser hatte am Wochenende behauptet, die iranische Regierung wolle „ernsthaft“ mit Washington reden. Zuvor hatte bereits der Sprecher des iranischen Parlaments, Ali Laridschani, von Vorbereitungen für Verhandlungen gesprochen.

Bei diesen wird es allerdings nicht mehr ausschließlich um die Reaktion Teherans auf die jüngsten Proteste im Iran gehen, die im Dezember ausgebrochen waren und von der iranischen Regierung gewaltsam niedergeschlagen wurden, sondern auch wieder einmal um das Atomprogramm der Islamischen Republik.

Erste Gespräche am Freitag in der Türkei geplant
Am Freitag dieser Woche soll es nun Berichten zufolge erste Gespräche zwischen dem US-Sonderbeauftragten Steve Witkoff und dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi im türkischen Istanbul geben. Sollten diese halbwegs erfolgreich verlaufen, dürfte wieder ein längerer Verhandlungsprozess folgen. Die Gefahr, dass der Iran in Reaktion auf einen Militärschlag der USA die Meerenge von Hormus blockieren könnte, scheint jedoch zumindest vorerst gebannt.

Die Straße von Hormus ist für den auf dem Seeweg abgewickelten internationalen Ölhandel enorm wichtig, da täglich rund 21 Mio. Barrel Öl die Route die Meerenge passieren. So führte das nachlassende Risiko einer Blockade dieses Nadelöhrs an den Ölbörsen gestern denn auch dazu, dass die Trader den Risikoaufschlag, den sie zuvor diesbezüglich eingepreist hatten, wieder deutlich reduzierten.

Inlandspreise günstiger
Der starke Preisrückgang, zu dem es gestern an den Ölbörsen kam, wirkt sich auch heute Morgen noch auf die regionalen Heizölpreise aus. So können Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in der Bundesrepublik aktuell im Vergleich zu Montagvormittag durchschnittlich mit rund -1,10 bis -1,50 Euro pro 100 Liter niedrigeren Preisen rechnen.