US-Regierung verschärft Zollstreit – US-Ölbestände gesunken – Heizöl kaum verändert

November 3, 2023

Die Ölpreise starten aktuell mit hohen Preisabschlägen in Höhe von rund 2 Dollar je Barrel (159 Liter) in den Tag. Am gestrigen Abend unserer Zeit hatte US-Präsident Donald Trump neue Strafzölle bekanntgeben, die teilweise höher und breiter gestreut ausgefallen sind, als zuvor bereits befürchtet.

Experten rechnen nun damit, dass der weiter eskalierende Zollstreit die weltweite Energienachfrage dämpfen und das Wirtschaftswachstum verlangsamen könnte. Mit China und der Europäischen Union haben zwei der größten Handelspartner der USA bereits Gegenmaßnahmen angekündigt, um ihre Wirtschaften zu schützen.

China drängt USA zur Aufhebung
Als Reaktion auf die „gegenseitigen Zölle“ erklärte das chinesische Handelsministerium heute Nacht, dass es „die US-Zölle entschieden ablehnt und entschlossen Gegenmaßnahmen ergreifen wird, um seine Rechte und Interessen zu schützen“. Die Behörde forderte die US-Regierung auf, ihre Zölle unverzüglich aufzuheben und Differenzen im Dialog zu lösen

Von der Leyen: EU bereitet Gegenmaßnahmen vor
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, reagierte heute zu früher Stunde auf die jüngste Entwicklung. Dabei stellte sie fest, dass „die US-Zölle ein schwerer Schlag für die Weltwirtschaft sind“.

Von der Leyen wies darauf hin, dass die EU immer bereit gewesen sei, mit den USA zu verhandeln. Man bereite nun ein weiteres Maßnahmenpaket zum Schutz europäischer Interessen vor, so von der Leyen.

Energiesektor von neuer Zollrunde ausgenommen
Trotz der breiten Anwendung der neuen Zölle blieb der Energiesektor weitgehend verschont. Ein Beamter des Weißen Hauses bestätigte, dass die Einfuhr von Öl, Gas und raffinierten Produkten nicht den Zollmaßnahmen unterliegt.

So wurde beispielsweise auch Kanada – ein wichtiger Handelspartner der USA – offiziell von der gegenseitigen Zollaktion am Mittwoch ausgenommen. Kanada liefert täglich etwa 4 Millionen Barrel seines Rohöls in die Vereinigten Staaten.

US-Rohöllagerbestände wegen Zollängsten gestiegen
Unterdessen sind die US-Rohöllagerbestände in der letzten Woche stark angestiegen. Laut der Energy Information Administration (EIA) ist die Auslastung der Raffinerien zurückgegangen, während gleichzeitig die Ölimporte in die USA angestiegen waren. Vor allem aus Kanada seien laut Branchenvertretern hohe Einfuhren verbucht worden, um sich so gegen neue Zölle der Trump-Regierung zu wappnen,

Summa summarum stiegen die Ölbestände  in der Woche zum 28. März um 6,2 Millionen Barrel auf 439,8 Millionen Barrel, so die EIA. Analysten waren im Vorfeld von einem Rückgang um 2,1 Millionen Barrel ausgegangen.

Heizölpreise deutlich günstiger
Die geschilderten wirtschaftspolitischen Entwicklungen machen sich auch bei den Inlandspreisen bemerkbar, die heute spürbar niedriger liegen als am Vortag. Im Vergleich zu Mittwochmorgen können Verbraucherinnen und Verbraucher von Preisabschlägen in Höhe von -1,15 bis -1,55 Euro/100 Liter profitieren.