Ukraine-Krieg: EU will Sanktionen ausweiten – Russische Schattenflotte schrumpft – Heizöl moderat teurer

November 3, 2023

Zum Freitagmorgen stiegen die Preise an den Ölbörsen aufgrund der anhaltenden Nahost-Spannungen weiter an. Wiederholte Meldungen der USA zu möglichen Annäherungen und Friedensplänen treffen in den letzten Tagen auf so viele Gegenworte seitens des Iran, dass der Pessimismus an den Märkten aktuell überwiegt und es deutlichere Signale bräuchte, um die Preise für Energiemittel ernsthaft zu reduzieren.

USA verlängert erneut Iran-Ultimatum
Vergangenes Wochenende sprach der US-Präsident ein Ultimatum aus, nachdem der Iran innerhalb von 48 Stunden die gesperrte Seeroute der „Straße von Hormus“ freigeben sollte. Diese Strecke ist eine der wichtigsten Transportrouten für Öl aus dem Nahen Osten in den globalen Markt. Sollte das Ultimatum ohne klare Näherung ablaufen, würde es schwere Angriffe gegen den Iran und dessen Energieanlagen geben.

Dieses Ultimatum wurde bereits am Montag aufgrund guter Verhandlungen und Zusprachen verlängert, vergangene Nacht folgte die zweite Verlängerung seitens der USA. Demnach kündigte US-Präsident Trump an, dass es bis zum 6. April keine Angriffe seines Militärs auf iranische Kraftwerke geben soll. Zudem würden die Gespräche mit dem Iran „entgegen anderslautenden Falschmeldungen der Fake-News-Medien sehr gut“ verlaufen.

Als Zeichen des guten Willens im Rahmen der aktuellen Gespräche habe der Iran laut Trump zehn Öltanker durch die Straße von Hormus passieren lassen. Genauere Infos zu den Schiffen, Waren und dem weiteren Vorgehen wurden nicht genannt. Während zehn Schiffe ein gutes Zeichen auf mögliche Einigungen darstellen, bringen die verhältnismäßig geringen Mengen dem Markt wenig Ruhe, da vor Kriegsbeginn schätzungsweise 60-90 Öltanker täglich die Transportroute passieren konnten.

Pessimismus setzt sich fort
Was durch den US-Präsidenten als großes Zeichen für neuen Verhandlungswillen seitens des Iran ausgelegt wird, lässt die Märkte jedoch sehr kalt. In den letzten Tagen kam es immer wieder zu Lobpreisungen des US-Präsidenten zu guten Gesprächen mit dem Iran, während die andere Seite die Gespräche dementiert und direkt verhöhnt. Auch eine Annäherung über 10 Öltanker stellt im Rahmen der weltweiten Importeinbrüche der letzten 4 Wochen nur einen kleinen Tropfen im metaphorischen Ozean dar.

Dementsprechend sorgten die Meldungen aus den USA zwar für einen kurzen Preisrutsch, dieser verfiel jedoch noch über Nacht, weshalb die Ölbörsen schon jetzt auf neuen Hochs seit Montagabend handeln. Ein Ende der Konflikte und Beruhigung an den (Öl-)Märkten scheint für die meisten Händler noch außer Reichweite zu sein, solang es keine klaren Signale des Irans zu möglichen Näherungen oder Friedensverhandlungen gibt.

Heizöl weiterhin teurer
Der steigende Pessimismus rund um den Irankonflikt, gemeinsam mit den realen Ölengpässen die sich in den ersten Ländern und Regionen abzeichnen, lässt die Ölpreise an den Weltmärkten in die Höhe schießen. Das wirkt sich direkt auf die Heizölpreise der Bundesrepublik aus. Dementsprechend müssen Abnehmerinnen und Abnehmer im Bundesgebiet heute mit Preisanstiegen in Höhe von +6,20 bis +7,20 Euro pro 100 Liter gegenüber Donnerstagvormittag rechnen.