Überraschende Zunahme der US-Ölvorräte lässt Ölpreis sinken – Heizöl kaum verändert

November 3, 2023

Der Konflikt rund um den Iran scheint so bald kein Ende zu finden. Die Blockaden durch die wichtige (See-)Straße von Hormus im Nahen Osten lassen die Preise drastisch steigen, auch wenn sie gestern Abend kurzzeitig nochmal deutlich gefallen sind. So oder so bleibt der Druck auf die Ölmärkte aufgrund der gesperrten Lieferroute bestehen, was weitere Preisanstiege an den Ölbörsen unterstützt.

Saudi Arabien überlegt Umleitung einiger Exporte
Mit der anhaltenden Durchfahrtssperre durch die Meerenge „Straße von Hormus“ im Nahen Osten, durch welche fast 20 Prozent des weltweiten Ölbedarfs verschifft werden, bleiben starke Anspannungen an den Ölmärkten. Das betrifft natürlich auch die Ölproduzenten, welche ihre Waren nicht verladen und aus dem Nahen Osten transportieren können. Saudi Arabien liebäugelt daher schon mit einer Umleitung einiger Öltransporte.

Demnach könnten knapp 20% der Ölexporte der Saudis vom Osten des Landes bis in den Westen transportiert und dort über das Rote Meer verschifft werden. Da auf diesem Meer jedoch in den vergangenen Jahren öfters die Huthi-Rebellen, eine islamistisch, antiwestliche Gruppierung mit Verbindung zum Iran, Schiffe und auch Öltanker angegriffen haben, ist eine Umsetzung der Pläne jedoch eher unwahrscheinlich oder zumindest nur begrenzt möglich.

USA versprechen Geleitschutz durch gesperrte Straße von Hormus
Die Einschränkungen der Seestraße bringen die weltweite Ölversorgung und damit auch die Wirtschaft, auch in den USA, in Bedrängnis. Um dagegen vorzugehen versprach US-Präsident Donald Trump alle Transporte durch die Straße von Hormus, die sich dafür anmelden, gegen einen kleinen Aufpreis unter Militärschutz und politischer Sicherheit durch die blockierte Meerenge zu eskortieren.

Die Ankündigung sorgte an den Ölbörsen kurzzeitig für Entspannung, der daraus entstehende Preisrutsch verfiel jedoch innerhalb weniger Stunden. Allen ist bewusst, dass ein solcher Plan den Waffeneinsätze und die kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten erheblich verschärfen könnten. Auch dass die USA alle aufgestauten Schiffe in der Meerenge eskortieren kann ist mindestens unwahrscheinlich und außerdem sehr Kosten- und Zeitintensiv.

Heizölpreis steigt weiter
Die Anspannungen und Sorgen zu potentiellen Versorgungsengpässen für Öl- und Ölprodukte setzen sich auch heute weiter fort. Das lässt die Preise an den Märkten, so auch für Heizöl in der Bundesrepublik, erheblich weiter ansteigen. Deshalb müssen Abnehmerinnen und Abnehmer am frühen Mittwochshandel mit Preisaufschlägen um +3,80 bis +4,80 Euro pro 100 Liter Heizöl im Vergleich zu Dienstagvormittag rechnen.