Überraschend hohe US-Ölvorräte – Lage im Roten Meer verschärft sich – Heizöl deutlich günstiger

November 3, 2023

Die USA und der Iran setzen ihre Auseinandersetzungen rund um die „Freiheit“ der Straße von Hormus fort und führen dabei immer wieder gegenseitige Angriffe auf US-Stützpunkte und iranische Waffen- und Verteidigungsanlagen fort. Die Exporte durch die Meerenge südlich des Iran stürzen in Befürchtung von Angriffen fast auf null und setzen die Ölbörsen unter Druck, da die ersten Länder bereits wieder Versorgungsprobleme befürchten. Entsprechend kommt es zu umfassenden Preisanstiegen bei Öl und Ölprodukten.

USA droht dem Iran mit Angriffen auf Infrastruktur und Kraftwerk
Das US-Militär hat gestern seine Seeblockade gegen iranische Schiffe und Häfen wieder in Kraft gesetzt und in der Nacht zum Mittwoch neue Luftangriffe gegen iranische, militärische Ziele durchgeführt. Dabei soll es jedoch nicht bleiben – Der US-Präsident drohte gestern Abend mit Angriffen auf allgemeine, zivile Anlagen, darunter Kraftwerke und Brücken, „es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln“.

Iran droht mit Erzwingung von Exportstopps im Nahen Osten
Der Iran scheint sich von den Drohungen der USA jedoch nicht sonderlich beeindrucken zu lassen. So drohte auch die iranische Revolutionsgarde und kündigte an, sämtliche Ölexporte rund um die Straße von Hormus von Ländern wie Kuwait, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu blockieren. Der Iran startete auch direkt Angriffe gegen diese Länder und die US-Stützpunkte in ihnen.

Ölmarkt unter Druck – Versorgungsängste werden wieder sichtbar
Während die großen Energieinstitute für die Zukunft weiterhin mit einem Überangebot am Ölmarkt rechnen, stehen die asiatischen Märkte aktuell wieder vor einem deutlichen Versorgungsproblem. So bekam Indien in den letzten Monaten 30-40% seiner Ölimporte aus dem Nahen Osten, während Länder wie Südkorea und Pakistan üblicherweise mehr als 70% ihres Ölbedarfs mit Nahost-Exporten decken. Hier müssen nun wieder neue Importwege eröffnet und Partnerschaften geknüpft werden, um die Versorgung der Länder zu stützen. Das bringt aktuell erhebliche Preisanstiege am Ölmarkt.

Heizöl wird teuer
Die aktuellen Entwicklungen und Exporteinschränkungen durch aufgrund der US-Iran-Auseinandersetzungen treiben die Ölpreise nach oben, was sich direkt mit auf die Heizölpreise in der Bundesrepublik auswirkt. Käuferinnen und Käufer von Heizöl müssen deshalb heute mit deutlichen Preisaufschlägen gegenüber Dienstagvormittag rechnen, diese liegen aktuell bei durchschnittlich +3,70 bis +4,30 Euro pro 100 Liter.