Trump bestraft Käufer von Öl aus Venezuela – Heizölpreise uneinheitlich

November 3, 2023

Am Mittwoch blickten die Welt und vor allem die Marktteilnehmer auf das schweizerische Davos, wo im Rahmen des Weltwirtschaftsforums eine Rede von US-Präsident Trump erwartet wurde. Aber auch die Angebotsausfälle in Kasachstan und die Kälte in weiten Teilen Europas und einigen Regionen der USA blieben zur Wochenmitte Faktoren, die sich auf die Öl- und Energiepreise auswirkten.

Trump nimmt Zolldrohungen zurück
In seiner Rede hatte Trump zunächst noch einmal betont, dass der Anschluss Grönlands an die USA für die Nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten wichtig sei und diese auch die einzigen seien, die die Insel verteidigen könnten. Von einer Übernahme durch einen Einmarsch amerikanischer Truppen nahm er jedoch Abschied.

Die Androhung von Strafzöllen, die Trump am Wochenende gegen jene NATO-Länder gerichtet hatte, die dem US-Anspruch auf Grönland mit offizieller Kritik begegnet waren, zog er dann jedoch am Abend wieder zurück. Grund dafür war ein dem US-Präsidenten zufolge „sehr produktives“ Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte, bei dem die beiden „den Rahmen für ein zukünftiges Abkommen in Bezug auf Grönland und tatsächlich die gesamte Arktisregion“ geschaffen hätten. Ein Kauf oder eine Übernahme Grönlands soll bei diesem Treffen nach Angaben Ruttes gar nicht mehr thematisiert worden sein.

Aus informierten Kreisen hieß es, das Rahmenabkommen sei eine Neufassung des 1951 geschlossenen Verteidigungsabkommens zwischen Dänemark und den USA, das die Stationierung amerikanischer Truppen auf Grönland regelt. Auch ein stärkeres Engagement der europäischen NATO-Staaten in der Arktis sei denkbar, genauso wie mögliche Investitionskontrollen, da die USA unter anderem kontrollieren wollen, wer auf grönländischem Boden Bodenschätze abbauen darf.

Gaspreise an europäischen Börsen am Mittwoch mit neuen Hochs
Die Kältewelle in weiten Teilen Europas trieb am gestrigen Mittwoch auch die Gas-Preise an den Börsen auf den höchsten Stand seit langem. Verzeichnete der europäische Erdgas Terminkontrakt an der niederländischen Börsenplattform TTF gestern den höchsten Stand seit Ende Juni, war der britische Kontrakt an der ICE so teuer wie seit Anfang März nicht mehr. Dies trieb auch den Gasoil-Kontrakt an der ICE mit nach oben.

Heizölpreise steigen weiter
Während mit der Rücknahme der Zolldrohungen Trumps ein Faktor weggefallen ist, der sich negativ auf die Konjunktur und damit die Ölnachfrage Europas aber auch der USA hätte auswirken können, werden die Preise an den Ölbörsen derzeit weiterhin durch die aktuelle Kältewelle und andere noch vorhandene geopolitische Risiken gestützt. Daher müssen Abnehmer von Heizöl auch heute erst einmal noch mit Aufschlägen zu gestern Vormittag rechnen, diese liegen aktuellen Vorhersagen zufolge bei rund +0,70 bis +1,10 Euro pro 100 Liter Heizöl.