Tanken im Oktober etwas teurer als im Vormonat – Benzin kostete im Schnitt 2,2 Cent mehr, Diesel 2,7 Cent

November 3, 2023

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran setzen sich weiter fort und zwingen die Ölpreise am Weltmarkt weiterhin nach oben. Gleichzeitig kam es gestern nochmal zu zwei Angriffen auf Schiffe im Nahen Osten, einmal von Seiten der Huthi-Miliz aus dem Jemen und durch die USA auf ein Schiff, welches auf einen iranischen Hafen zusteuerte und die US-Blockade durchbrechen wollte. Die Erdölpreise bleiben damit am Mittwochvormittag auf einem ähnlich hohen Niveau wie gestern, Heizöl wird etwas günstiger erwartet.

Neue Attacken auf Schiffe im Nahen Osten
Am späten Dienstagabend griff ersten Berichten zufolge die Huthi-Miliz aus dem Jemen ein ägyptisches Schiff an, welches auf dem Weg zur Straße von Bab el-Mandeb war. Dabei kamen mindestens 4 Menschen ums Leben. Die Wasserstraße verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und stellt damit das wichtigste Bindeglied zwischen dem arabischen Meer und dem Mittelmeer dar. Genau dieses Bindeglied wird zurzeit von der Huthi-Miliz belagert, welche bis vor kurzem noch die Durchfahrt von Schiffen aus Saudi Arabien blockierten und nun scheinbar auch andere Schiffe angreifen.

Die USA haben ihrerseits zwei Hellfire-Raketen auf einen Frachter gefeuert, der unter der Flagge Panamas fährt und einen iranischen Hafen ansteuerte. Damit versuchte das Schiff, die US-Blockade zu durchbrechen, welche eine Passage und Verladung iranischer Waren strengstens verbietet. Aussagen des US-Militärs zufolge reagierte das Schiff nicht auf Aussagen zur Änderung des Kurses, weshalb zwei Raketen auf die Steuer- und Ruderanlagen gefeuert wurden um das Schiff so zum Anhalten zu zwingen. Ob dabei Crewleute verletzt wurden, ist nicht offiziell bekannt.

EIA korrigiert Ölpreiserwartungen nach oben
Die ständigen Spannungen und Auseinandersetzungen im Nahen Osten sorgten sowohl in der zweiten Julihälfte wie auch aktuell für deutlich gestiegene Öl- und Ölproduktpreise. In diesem Zusammenhang erhöhte die US-Energieinformationsbehörde EIA ihre Preiserwartungen für den Rest von 2026 und 2027 deutlich nach oben. Aktuell erwartet die US-Behörde einen Anstieg der Rohölpreise der Sorte Brent, die in Europa mit am weitesten vertreten ist, auf 85,21 Dollar pro Barrel im Durchschnitt für das dritte Quartal. Im Juli-Bericht lag die Einschätzung noch bei 74,03 Dollar. In ihrem Bericht geht die EIA davon aus, dass der Konflikt im Nahen Osten schnellstmöglich beendet wird.

Heizölpreis heute etwas günstiger erwartet
Nach den Eskalationen am Dienstagabend stoppten die Börsenkurse für Öl und Ölprodukte ihre starken Schwankungen ab und sitzen aktuell in relativ enger Spanne nahe dem Niveau von gestern Vormittag. Für Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in Deutschland bedeutet dies aktuell leichte Abschläge beim Kauf von Heizöl über durchschnittlich -0,55 bis -1,15 Euro pro 100 Liter. Diese Werte können aufgrund der unsicheren Marktlage jedoch jederzeit unterschiedlich starken Schwankungen und lokalen Abweichungen ausgesetzt sein.