Startschuss für neuen Biokraftstoff HVO ist gefallen

November 3, 2023

Die Hoffnungen auf eine Einigung zwischen dem Iran und dem Oman über die Regelung der Schifffahrt in der Straße von Hormus und damit letztlich auch auf eine Deeskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran hatte die Ölpreise zur Wochenmitte noch sinken lassen. Allerdings scheint es nun doch einige Stolpersteine zu geben, die der freien Schifffahrt in der für den internationalen Energiehandel wichtigen Meerenge noch im Wege stehen.

 

Iran will Entschädigungszahlungen von Schiffen „feindlicher“ Länder
Demnach will der Iran Schiffen aus den USA und Israel die Fahrt durch die Straße von Hormus offenbar komplett verbieten und von als „feindlich“ eingestuften Staaten Entschädigungszahlungen von bis zu 20 % des Frachtwerts für die Durchfahrt verlangen. So hieß es zumindest in Berichten iranischer Staatsmedien unter Berufung auf den Vertrag zwischen Iran und Oman.

 

Unklar ist allerdings, wie genau der Iran das geforderte Verbot für amerikanische und israelische Schiffe auslegen würde. Die Anzahl an Handelsschiffen, die weltweit unter US-amerikanischer oder israelischer Flagge fahren, hält sich in Grenzen und seit Beginn des Krieges haben von diesen Schiffen nur die wenigsten den Persischen Golf angelaufen oder verlassen. Vorstellbar wäre, dass der Iran auch Reedereien mit US-amerikanischen oder israelischen Eigentümern beziehungsweise Investoren als mit diesen Ländern verbunden einstuft.

 

Washington dürfte Gebühren nicht zustimmen
US-Präsident Donald Trump hatte erst diese Woche noch einmal verlauten lassen, dass er es nicht zulassen werde, dass der Iran Gebühren oder Abgaben für die Durchfahrt der Meerenge verlange. Auch Thomas Warrick, Senior Fellow beim Atlantic Council geht davon aus, dass die Bedingungen Irans in Washington nicht auf Zustimmung stoßen dürften: „Anstatt Zugeständnisse zu machen, erhöhen beide Seiten ihre Forderungen.“

 

So bestehen die USA weiterhin auf einer freien Durchfahrt durch die Straße von Hormus und fordern im Grunde genommen eine Rückkehr zum Zustand vor dem Krieg. Vorübergehende Routen durch die Meerenge würden weder Genehmigungen noch Zulassungen, Mautgebühren oder Abgaben unterliegen, erklärte ein US-Beamter am Donnerstag als Reaktion auf die Berichte über die jüngsten Vorschläge Teherans.

 

Dass Washington den Teheran doch gewähren lässt, ist auch insofern eher unwahrscheinlich, als Präsident Trump bereits zahlreiche Male erklärt hatte, die USA hätten den Iran bereits besiegt. Zugeständnisse wie die Einwilligung in Gebühren für die Passage der Straße von Hormus könnten die Republikaner bei den Zwischenwahlen („Midterms“) in den USA, die im November stattfinden, schließlich Wählerstimmen kosten.

 

Inlandspreise legen wieder zu
Das Warten auf klare Verhältnisse im Hinblick auf Regelung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus ließ die Ölpreise an den Rohstoffbörsen in Europa und den USA im gestrigen Tagesverlauf wieder steigen. Hatte der Nordsee-Rohölkontrakt Brent gestern Morgen noch unter 80 Dollar pro Barrel notiert, so näherte er sich heute Morgen schon wieder der 85 Dollar-Marke an. Auch bei den Inlandspreisen machen sich die höheren Preise der Terminkontrakte bemerkbar, zumal gestern auch der Dollar gegenüber dem Euro wieder zulegen konnte. So müssen Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet heute bei Heizöl im Vergleich zu gestern Morgen mit Aufschlägen von etwa +3,20 bis +4,20 Euro pro 100 Liter rechnen.