Starker Lagerabbau bei US-Rohölvorräten – Heizölpreise geben etwas nach

November 3, 2023

Der aktuelle Krieg rund um den Iran geht in den mittlerweile zehnten Tag. Die Preisrallye am Ölmarkt, die seit dem Start des Konflikts die Preise für Erdöl und dessen Produkte in die Höhe reißt, setzt sich damit auch weiter fort. Vereinzelt rechnen Experten bereits damit, dass in kürzester Zeit ein Preisniveau wie zum frühen Beginn des Russland-Ukraine-Konflikts erreicht wurden, als die Heizölpreise in der Bundesrepublik kurzzeitig über 180 Euro je 100 Liter ragten.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Da knapp 20% des weltweiten Ölbedarfs durch die Straße von Hormus transportiert werden, und diese im Rahmen des Nahostkonflikts nahezu komplett gesperrt ist, schießen die Ölpreise am Weltmarkt derzeit erheblich in die Höhe. So stiegen die Preise für Heizöl in der Bundesrepublik über das Wochenende hinweg um +10,97 Euro bzw. +8,2 Prozent. Verglichen zu vor einer Woche zahlen Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl aktuell +31,12 Euro mehr, und im Vergleich zu vor einem Monat ganze +49,91 Euro mehr, entsprechend einem Preisanstieg von +52,2 Prozent seit Anfang Februar.

Langfristige Preisentwicklung
Betrachten wir die längerfristige Preisentwicklung, zeichnet sich das Ausmaß der aktuellen Heizölpreis-Anstiege mittlerweile sehr deutlich ab. So zahlen Käufer von Heizöl derzeit +56,61 Euro mehr als vergangenen Dezember, entsprechend Aufschlägen von +63,7 Prozent. Blicken wir auf die vergangenen Jahre, stieg der Preis des Heizmittels im Vergleich zu Anfang März 2025 um +51,79 Euro, und auch gegenüber März 2024 stiegen die Kosten um mittlerweile +42,28 Euro, bzw. +41,0 Prozent.

 

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Angriffe in und um den Iran
Die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten setzen sich fort. Dabei werden besonders im Iran aber auch in anderen, nahen Ländern immer wieder Ölanlagen und Lagertanks beschädigt. Doch nicht nur Krieg und Konflikt beschädigen direkt die Produktion.

– Mehrere Golfstaaten drosseln Ölförderung aufgrund Lagerknappheit
Auch ein Mangel an freien Speicherkapazitäten sorgt dafür, dass einige Produktionen eingestellt werden müssen, da das geförderte Rohöl kaum mehr gelagert werden kann. Diese Produktionen wieder hochzufahren, sobald die Exporte aus dem Nahen Osten fortgesetzt werden, könnte einige Wochen dauern und das verkaufbare Ölangebot mittelfristig schädigen.

– Durchfahrt der Straße von Hormus gestoppt
Die Straße von Hormus, eine zentrale Exportstrecke im Schiffverkehr im Nahen Osten, durch welche täglich rund 20% der Ölexporte laufen, wird derzeit durch den Iran gesperrt und darf nicht passiert werden. Dadurch steht ein großer Teil der weltweiten Ölversorgung still, was das verfügbare Ölangebot erheblich strapaziert.


Was spricht aktuell für sinkende Preise?
– G7-Staaten wollen um Nutzung strategischer Ölreserven beraten
Während mehrere Institute vergangene Woche noch von der Nutzung der strategischen Ölreserven zur Entlastung der Märkte abrieten, soll nun doch über deren Freigabe beraten werden. Genauere Infos werden sich im Lauf des heutigen Montagmittags ergeben.

Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 09.03.2026