Starker Lagerabbau bei US-Rohölvorräten – Heizölpreise geben etwas nach

November 3, 2023

Zu Beginn der zweiten Jahreswoche sind die durchschnittlichen Heizölpreise in der Bundesrepublik sowohl im direkten Vortagesvergleich als auch mit Blick zur vergangenen Woche nur minimal verändert. Die aktuelle weltpolitische Lage sorgt tageweise für relativ deutliche Schwankungen bei den Preisen, die sich am Markt jedoch genauso schnell wieder ausgleichen. Dennoch ist Heizöl aktuell weit günstiger als in den vergangenen Jahren im Januar, da eine mittelfristige Überversorgung am Markt den Ölpreis unten hält.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Die durchschnittlichen Heizölpreise sind am Montag dem 12. Januar minimal niedriger als am vergangenen Freitag. Im Vergleich zur Vorwoche sind die Preise ebenfalls auch nur knapp teurer. Jedoch ist die Volatilität, also die tatsächlichen Schwankungen im Ölpreis, Tag für Tag sehr deutlich und aufgrund der aktuellen weltpolitischen Entwicklungen auch weiterhin schwer einzuschätzen. Im Vergleich zur Dezembermitte ist Heizöl aktuell +2,68 Euro teurer.

Langfristige Preisentwicklung
Mit Blick auf die vergangene Herbstsaison zahlen Heizölabnehmer aktuell fast den selben Preis wie noch Mitte Oktober. Wirklich auffällig wird die längerfristige Preisentwicklung erst, wenn man auf die Kosten aus 2025 und weiter zurück auf 2024 schaut. So zahlen Abnehmer von Heizöl aktuell ganze -15,52 Euro weniger, was einer Preisreduktion von -15 Prozent im Vergleich zu vor einem Jahr gleich kommt. Und auch mit Blick auf den Jahresbeginn 2024 zahlen Käufer von Heizöl in der Bundesrepublik aktuell -10,98 Euro weniger.

 


Was spricht für aktuell steigende Preise?
– Anhaltender Konflikt zwischen Ukraine und Russland
Auch wenn es immer wieder Näherungsversuche und Gespräche zu Friedensvereinbarungen zwischen den Ländern gibt, geht der Konflikt trotzdem weiter. Regelmäßige Angriffe auf russische Öltransporte und Bohrplattformen setzen dabei die Exporte des Landes unter Druck.

– Neue US-Sanktionen gegen Russland
Nach mehreren Monaten Wartezeit wurde ein neues Sanktionsgesetz der USA angestoßen, welches härtere Strafen gegen Kunden von russischem Öl erlauben soll. Wann es veröffentlicht wird und wie genau das Ausmaß der Strafen aussieht, ist noch unklar.

– USA droht dem Iran
Die Demonstrationen im Iran laufen weiter, auch die Gewalt der Regierung und Polizei gegen Protestierende nimmt zu. Die USA beobachtet die Entwicklung der Konflikte und droht mit Angriffen, sollten die demonstrierenden stärker unterdrückt werden.

– Venezuela im Griff der USA
Aktuell haben die Angriffe gegen Venezuela nachgelassen, dennoch bestimmt die USA mit strammem Griff die Ölproduktion des Landes und schränkt die landeseigenen Exporte ein. Jedoch…


Was spricht für aktuell sinkende Preise?
– USA plant Investitionen in Venezuela
Die USA will venezolanisches Öl zwar genauer kontrollieren und für sich nutzen, dafür sollen aber auch erhebliche Investitionen in die Ölproduktion des lateinamerikanischen Landes gesteckt werden. Welche Ausmaße das annehmen soll, und wie stark die Ölproduktion dadurch steigen könnte, ist noch nicht bekannt.

– Deutliche Überversorgung am Ölmarkt
Die Überversorgung, trotz der aktuellen Export- und Produktionseinschränkungen in Russland und Venezuela bleiben weiterhin zentral treibende Kraft in der Ölpreisentwicklung.

Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 12.01.2026