Spritpreise: Abwärtstrend setzt sich fort – Diesel auf niedrigstem Stand des Jahres

November 3, 2023

Der Mittwoch brachte eine Reihe Nachrichten, welche für deutliche Preisanstiege bei Rohöl und den Produkten sorgten. Nicht nur verschärften sich die Spannungen zwischen den USA und dem Iran, als der US-Präsident ein Ende der Waffenruhe mit dem Iran verkündete, auch Russland kündigte ein Exportverbot für Diesel an und setzte damit die bereits knapper versorgten Ölprodukt-Märkte weiter unter Druck. Umfassende Preisanstiege waren gestern, und sind auch heute noch, die Folge.

Konflikt zwischen USA und Iran eskaliert
Nachdem das US-Militär bereits am Dienstag Angriffe auf iranische Waffen- und Verteidigungsanlagen führte, setzte man die Offensive auch am Mittwoch fort. Teheran reagierte mit Gegenschlägen in Kuwait und Bahrain. Auslöser der Auseinandersetzungen der letzten Tage waren Angriffe auf Tanker nahe der Küste des Oman , südlich des Iran. Das US-Militärkommando CENTCOM betonte dabei ihr Ziel, die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus südlich des Iran mit diesen Angriffen zu sichern.

Infolge der Eskalationen kam der Schiffverkehr in der für den globalen Handel wichtigen Handelsstraße fast komplett zum erliegen. Die wenigen beobachtbaren Frachtbewegungen zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman fanden fast ausschließlich nahe der iranischen Küste statt. Diesen Bereich gab die Regierung des Iran als sicher frei, erhebt dort jedoch gelegentlich Frachtgebühren und zeichnet alle Fracht- und Handelsdaten genau auf. Der sonst übliche, freie Handel ohne Abgaben ist auf dieser Route jedoch kaum bis gar nicht möglich.

Russland kündigt Diesel-Exportsperren an
In den letzten Wochen nahmen die Drohnenangriffe der Ukraine auf Russland enorm zu. Der Konflikt zwischen beiden Ländern begann 2014 mit der russischen Übernahme der Halbinsel Krim und eskalierte im Februar 2022 in einen umfassenden Krieg. Um die russischen Kassen zu leeren und die Versorgung russischer Streitkräfte zu behindern, fuhr die Ukraine in den letzten Monaten ihre Angriffe auf russische Raffinerien und Öltransporte drastisch hoch und sorgte damit wiederholt für Versorgungsknappheiten in einigen russischen Regionen.

Mittlerweile sind die Auswirkungen dieser Versorgungsprobleme so umfassend, dass Russland gestern ein komplettes Exportverbot für Diesel ankündigte. Ein Exportverbot für Benzin existiert ebenfalls schon seit einigen Monaten. Auch wenn die EU den Import von russischen Ölprodukten weitgehend verboten hat, ist der asiatische Markt sehr auf diese Waren angewiesen. Das mit der Exportsperre eingebrochene Angebot am Markt sorgt dementsprechend für scharfe Preisanstiege an den Ölprodukt-Börsen.

Starker Anstieg der Heizölpreise erwartet
Mit den Versorgungsschwierigkeiten seitens Russland und den Spannungen im Nahen Osten steigt der Druck auf die internationalen Energiemärkte. Auch am deutschen Heizölmarkt sorgt dies für deutliche Anstiege am Heizölpreis, weshalb Abnehmerinnen und Abnehmer in der Bundesrepublik heute mit deutlichen Preisanstiegen über +4,65 bis +6,15 Euro pro 100 Liter Heizöl rechnen müssen. Diese Aufschläge können sich, abhängig von geopolitischen Entwicklungen, jedoch schnell und unerwartet wieder ändern.