Sorge vor Krieg in Nahost treibt Ölpreise – Heizöl legt moderat zu

November 3, 2023

Die internationalen Rohölbörsen haben 2025 den stärksten Jahresverlust seit dem Pandemiejahr 2020 verzeichnet. Konjunkturelle Unsicherheit, Handelskriege und vor allem die schnelle Angebotssteigerung der OPEC+, die im Frühjahr mit dem Abbau ihrer Förderkürzungen begonnen hat, sorgten für einen Rückgang von rund 20 Prozent bei der europäischen Referenzsorte Brent.

 

OPEC+ Förderpolitik bleibt wichtiger Einflussfaktor 
Auch im neuen Jahr dürfte die Organisation erdölexportierender Länder das Zünglein an der Waage bleiben. Das mit 12 Kernländern und 11 Partnerländern insgesamt 23 Mitglieder zählende Bündnis (OPEC+) hatte in den letzten Jahren vor allem über immer umfangreichere Förderkürzungen versucht, die Ölpreise am Markt auf höherem Niveau zu stabilisieren.

 

Nachdem dies aber immer schwieriger wurde und für die meisten OPEC+ Mitglieder auch finanzielle Einbußen bedeutete, änderten die Förderländer im Frühjahr ihre Strategie und stellten die Rückgewinnung von Marktanteilen in den Vordergrund. Die OPEC+ steigerte ihre Fördermengen damit schrittweise innerhalb weniger Monate um mehr als 2,2 Millionen Barrel täglich.

 

Bündnis will Förderanhebungen erst einmal pausieren
Schon Anfang Dezember hatte die OPEC+ dann aber entschieden, mit diesen schrittweisen Angebotssteigerungen im ersten Quartal 2026 eine Pause einlegen zu wollen. Sie zollt damit der Tatsache Tribut, dass in diesem Jahr – vor allem in der ersten Jahreshälfte – mit einem sehr großen Angebotsüberschuss gerechnet wird. Denn während die Ölproduktion weltweit ansteigt (auch außerhalb der OPEC, vor allem auf dem amerikanischen Kontinent), bleibt die Nachfrage weiter verhalten.

 

Monatliches Meeting am Sonntag
Am Sonntag steht das nächste Monatstreffen der OPEC+ an, die aktuell sehr regelmäßig zu virtuellen Sitzungen zusammentritt, um flexibel auf mögliche Marktveränderungen reagieren zu können. Sollte sie wider erwarten beschließen, doch keine Pause bei den Förderanhebungen einzulegen, könnte das die Ölpreise weiter unter Druck setzen. Eigentlich wird mit einer solchen Überraschung allerdings nicht gerechnet.

 

Heizöl zum Jahresbeginn teurer
Im Inland machen sich heute im Vergleich zu Silvester erst einmal spürbare Preisaufschläge bemerkbar. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen zum neuen Jahr für 100 Liter im Durchschnitt ca. +1,50 bis +1,70 Euro mehr bezahlen als am Mittwoch.