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Sorge vor Krieg im Libanon treibt Ölpreise auf Zwei-Monats-Hoch – Heizöl wieder teurer

November 3, 2023

Während die USA in den letzten Tagen mehrfach versucht hat, die Ölproduktmärkte zu entspannen indem man Deals mit Russland angekündigt hat, brennt es in Nahost bzw. Saudi Arabien erneut umso schwerer. Hier griff die im Jemen ansässige Huthi-Miliz wieder verstärkt saudische Infrastrukturen an und kündigte neue Angriffe an, die kurze Zeit darauf schon begonnen haben. Aus Sorge, dass die saudische Ölproduktion infolge von Angriffen zeitnah einbricht, stiegen die Rohölpreise am Weltmarkt leicht an, während Ölprodukte deutlich teurer wurden.

Huthi warnen vor Angriffen auf saudische Ölanlagen und Infrastruktur
Bereits gestern kündigte die jemenitische Milizgruppe Huthi durch ihren Militärsprecher Yahya Saree an, dass man Ölanlagen der saudischen Ölfirma Saudi Aramco als legitime Ziele einstufte und zeitnahe Angriffe durchführen werde. In direkter Folge warnte er mittels öffentlichem Aufruf, dass saudische Bürger und Arbeiter sich von allen Energieanlagen der Firma, darunter Raffinerien, Pipelines und Ölförderstellen, entfernen sollen, wenn sie ihr Leben nicht unnötig aufs Spiel setzen wollen.

Außerdem sollen sich Zivilisten von allen saudischen Flughäfen entfernen, die von der Miliz als Angriffsziele betrachtet werden könnten. Besonders der internationale Flughafen King Khalid in Riad wurde vergangene Woche mehrfach zum Ziel schwerer Raketen- und Drohnenangriffe. Insgesamt starben in dieser Zeit mindestens 18 Menschen, weitere wurden verletzt. Der Flugverkehr über weiten Teilen Saudi Arabiens ist aktuell eingeschränkt, viele Flüge wurden für die kommenden Tage storniert.

Saudisches Energieministerium meldet Treffer an Verwaltungsgebäude
Nachdem die Miliz am Dienstag noch ihre Warnungen deutlich machte, erklärte das saudische Energieministerium am Mittwoch, dass die Zentrale der Saudi Aramco in Dhahran mit Marschflugkörpern getroffen wurde, wobei in einem Büroturm des Gebäudekomplexes ein größeres Feuer ausgebrochen sei. Wie viele Verletzte es gab bleibt offen, auch ob und wie lange der Betrieb des Unternehmens dadurch eingeschränkt wird ist bislang unklar.

Sicher ist jedoch, dass die Angriffe die Sorge vor weiteren Schlägen und schweren Einschränkungen der Ölförderung und Exporte aus Saudi Arabien erheblich verschärft haben. Bereits mit der Drohung der Miliz reagierten insbesondere die Ölproduktmärkte sehr empfindlich, die tatsächlichen Angriffe bestätigten die Sorgen dann und sorgten auch am frühen Mittwochmorgen für anhaltend hohe Preise bei Erdöl und dessen Produkten.

Heizöl nach Nahost-Angriffssorgen und deren Bestätigung deutlich teurer
Während bei den Angriffen der letzten Tage noch keine Treffer gegen Ölanlagen gemeldet wurden, reicht die Angst vor ebensolchen Treffern aus, um die Preise bei den Ölmärkten deutlich nach oben zu drücken. Für Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in Deutschland bedeutet dies entsprechend starke Preisanstiege, aktuellen Einschätzungen zufolge liegen diese bei +5,40 bis +6,40 Euro pro 100 Liter gegenüber Dienstagvormittag. Da es sich bei den Daten nur um Momentaufnahmen handelt, sind regionale Schwankungen und Verschiebungen im Lauf des Tages jedoch jederzeit möglich.