Sinkende US-Benzinnachfrage lastet auf Ölmärkten – Heizölpreise weiter nachgebend

November 3, 2023

Jeden Monat veröffentlicht die U.S. Energy Information Administration (EIA), ein Zweig des amerikanischen Energieministeriums, ihren Bericht zum Stand des globalen Ölmarktes. Er gilt als eine der wichtigsten unabhängigen Quellen für aktuelle Energiedaten und wird jeden Monat mit Spannung erwartet. Der gestern veröffentlichte Juni-Bericht zeigt, dass die EIA die Auswirkungen des Krieges am Persischen Golf im laufenden Jahr dramatischer einschätzt als noch vor vier Wochen, allerdings rechnet sie auch mit einer schnellen Erholung in 2027.

 

Nahost-Krise belastet länger als gedacht
Die Krise im Nahen Osten wird mit der Sperrung der Straße von Hormus den Markt wohl länger und härter treffen als bisher angenommen, das geht aus dem gestrigen Zahlenwerk der EIA klar hervor. So hat die Behörde die Prognosen zur globalen Ölproduktion 2026 wegen der Ausfälle im Nahen Osten auf durchschnittlich 98,99 Millionen Barrel pro Tag nach unten korrigiert. Zum Vergleich: der globale Ölverbrauch 2025 betrug 106,07 Millionen Barrel täglich.

 

Insgesamt rechnet die EIA mit einer Unterversorgung von fast 4 Millionen Barrel täglich. Der Markt bleibt damit nicht nur länger als erwartet, sondern auch in der physischen Verfügbarkeit knapper versorgt, was die Ölpreise verteuert. So hat die EIA ihre Ölpreisprognosen für das laufende Jahr noch einmal deutlich nach oben korrigiert.

 

Normalisierung und Überversorgung schon 2027 
Auf der anderen Seite aber geht man bei der EIA davon aus, dass die Unterversorgung 2026 nur eine „Delle“ darstellt. Diese ist zwar größer und tiefer als bisher angenommen, doch schon 2027 rechnet die US-Behörde dann wieder mit einer schnellen Rückkehr zum Normalzustand. Aus der Unterversorgung könnte dann schon im nächsten Jahr eine Überversorgung in Höhe von +4,00 Millionen Barrel täglich werden.

 

Auch preislich wird sich dies dann stark auswirken: Im ersten Quartal 2027 wird der Durchschnittspreis der europäischen Referenzsorte Brent bei 83,95 US-Dollar gesehen. Dieser soll bis zum vierten Quartal 2027 dann auf 75,00 US-Dollar absinken. Aktuell notiert Brent an der Ölbörse in London bei ca. 92 US-Dollar.

 

Inlandspreise etwas günstiger
Auch die Heizölpreise im Bundesgebiet fallen heute wieder etwas niedriger aus als gestern morgen. Verbraucherinnen und Verbraucher können heute – je nach Region – von Abschlägen von ca. -1,40 bis -2,00 Euro/100l zu Dienstagvormittag profitieren.