Sinkende Ölpreise: Saudia-Arabien zieht Notbremse – Abschläge beim Heizöl

November 3, 2023

In den letzten Tagen nahmen die Spannungen zwischen den USA und dem Iran rund um die (See-)Straße von Hormus wieder deutlich zu, während weiterhin Russlands Ölindustrie durch die Ukraine angegriffen und schwer beschädigt wird. Das sorgt auf internationaler Ebene für deutliche Preisanstiege bei Öl und Ölprodukten, und trifft auch den deutschen Heizölmarkt entsprechend deutlich.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Mit den wachsenden Auseinandersetzungen rund um die Straße von Hormus im Nahen Osten, werden der Schiffsverkehr eingeschränkt und die Risikoaufschläge für Frachten in der Region deutlich angehoben. Die Versorgungsrisiken lassen auch in Deutschland die Heizölpreise deutlich steigen. So kosten 100 Liter am heutigen Montagmorgen durchschnittlich +3,05 Euro mehr als vergangenen Freitag und +8,67 Euro mehr als vor einer Woche. Verglichen mit vor einem Monat zahlen Abnehmer in der Bundesrepublik derzeit Aufschläge von +9,26 Euro.

Langfristige Preisentwicklung
Auf langfristige Sicht zeigen sich weiterhin die Änderungen zwischen den aktuellen Preisen und der Vor-Konfliktzeit im Nahen Osten. So ist Heizöl aktuell durchschnittlich -15,19 Euro günstiger als vor drei Monaten, als die hitzigste Phase des USA-Iran-Israel-Konflikts langsam abflachte. Blicken wir weiter zurück, zahlen Heizölkäufer in Deutschland derzeit rund +33,32 Euro mehr als zur Julimitte vergangenes Jahr, und +27,53 Euro mehr als vor zwei Jahren.

 


Was
spricht aktuell für steigende Preise?

– Neue Angriffe rund um den Persischen Golf 
In den letzten Tagen kam es mehrfach zu Angriffen auf Schiffe rund um die Straße von Hormus. Im Gegenzug zerstörte die USA iranische Anlagen, was Angriffe des Iran auf US-Stützpunkte und eine kuwaitische Ölanlage mit sich brachte.

Erneuter Stillstand des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus
Mit den steigenden Aggressionen und Spannungen im Nahen Osten bremst auch der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus, einer der wichtigsten See-Handelsstraßen der Welt, deutlich ab. Das setzt den Markt unter Druck und schürt Sorgen vor kurzfristigen Versorgungsengpässen.

– Russland verhängt Exportverbot von Diesel
Die Ukraine verschärfte in den letzten Wochen drastisch ihre Angriffe auf russische Ölanlagen. Mittlerweile musste die Regierung in Moskau ein Exportverbot für Diesel ausrufen. Treibstoffmärkte auf der ganzen Welt befürchten deshalb Versorgungslücken und temporäre Anpassungen bestehender Handelsrouten.

Was spricht aktuell für sinkenden Preise?

– Verhandlungen zwischen USA und Iran sollen fortgesetzt werden
Trotz der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran will der US-Präsident weiterhin an Gesprächen mit dem Iran festhalten. Wann diese stattfinden sollen, und wie lösungsorientiert die Gespräche inmitten der aktuellen Konflikte laufen werden, bleibt abzuwarten.

Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 13.07.2026