
Inmitten der deutlichen Unsicherheiten in den aktuellen geopolitischen Entwicklungen und Auseinandersetzungen, insbesondere im Fall der Russland-USA-Zusammenarbeiten und der anhaltenden Angriffe im Nahen Osten, sind auch die Entwicklungen der Ölpreise am Markt im stetigen Auf und Ab gefangen. Dabei stiegen die Heizölpreise in der vergangenen Woche zwischenzeitig deutlich an, bevor sie zum Wochenende und in den heutigen Montag wieder etwas abnahmen.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Bei den kurzfristigen Heizölpreis-Entwicklungen zeigt sich der stetige Wechsel aus Anstiegen und Rückgängen innerhalb der letzten Wochen. So kostet Heizöl in der Bundesrepublik aktuell durchschnittlich nur wenige Cent mehr als vergangenen Freitag und ist auch gegenüber dem Montag der vorherigen Woche in relativ enger Spanne bei Aufschlägen von +1,11 Euro pro 100 Liter. Blickt am zurück auf Mitte September, zahlen Heizölkäufer derzeit -3,33 Euro weniger als vor einem Monat.
Langfristige Preisentwicklung
Bei den langfristigen Preisentwicklungen zeichnet sich das gleiche Bild wie seit mittlerweile mehreren Monaten ab. Verglichen mit der vergangenen Sommersaison Mitte Juli, als die Preise am Weltmarkt sich etwas beruhigt hatten, kosten 100 Liter Heizöl aktuell +30,02 Euro mehr. Schaut man auf die Vorjahreswerte, zahlen Heizöl-Abnehmer aktuell +81,75 Euro mehr als vor einem Jahr, entsprechend einem Preiszuwachs von rund +94,5%. Gegenüber Oktober 2024 kosten 100 Liter Heizöl aktuell +78,29 Euro mehr.

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Iran verstärkt Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus
In den letzten Wochen hat der Iran seine Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus scharf angezogen. Dabei werden alle paar Tage Tanker oder andere Frachtschiffe in der Meerenge und Handelsstraße südlich des Iran beschädigt. Dies erschwert Ölexporte durch die Route im Zentrum des Nahen Ostens deutlich.
– Ukrainische Angriffe auf russische Ölanlagen nehmen wieder zu
Vor etwa 8 Tagen kündigte der US-Präsident eine vorübergehende Waffenruhe für Angriffe der Ukraine und Russland auf jeweilige Energieziele an. Nachdem Russland sich über mehrere Tage nicht daran gehalten hat, bestätigte die Ukraine, dass auch sie ihre Angriffe wieder hochfahren, und unterstrich dies mit neuen Schlägen gegen Raffinerien seit vergangenem Donnerstag.
Was spricht für aktuell sinkende Preise?
– Russland lockert Diesel-Exportverbote
In den vergangenen Monaten fuhr Russland ein Exportverbot für Diesel infolge der anhaltenden Angriffe der Ukraine auf russische Raffinerien hoch. Seit einem Lieferabkommen mit den USA von vor zwei Wochen lockerte Russland die Exportstopps und bringt wieder Dieselkraftstoff auf den Weltmarkt.
– IEA-Staaten wollen 100 Mio. Barrel Erdöl und Produkte aus Reserven freigeben
Bei einer Besprechung der Internationalen Energieagentur gaben mehrere Mitgliedsstaaten bekannt, dass sie gemeinsam 100 Mio. Barrel Rohöl und Ölprodukte aus ihren jeweiligen, staatlichen Reserven preiswert auf den Markt bringen wollen, um die Energiepreisanstiege abzufangen. Wann die „zeitnahen“ Freigaben genau erfolgen sollen, ist noch unklar.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 19.10.2026
