Preisstatistik: Heizöl verteuert sich trotz Friedensbemühungen

November 3, 2023

Bei den Ölbörsen kam es zwischen Donnerstagnachmittag und Freitag zu leichten Anstiegen beim Erdölpreis. Das liegt jedoch weniger an Versorgungsproblemen, sondern an charttechnischen Marktbewegungen, die leichte Preiserhöhungen signalisieren. Insgesamt melden die Rohölmärkte deutliche Versorgungssicherheiten, da die Exporte aus dem Nahen Osten sich schneller erholen als in den letzten Monaten erwartet. Bei Ölprodukten ist die Lage derzeit noch angespannter, wobei auch hier Zeichen zur Besserung sichtbar werden.

Ölmarkt zeigt Kurs in Richtung Überversorgung
Nachdem der Markt zwischen März und Mitte Juni deutliche Versorgungsengpässe im Rahmen des US-Iran-Israel-Konflikts fürchtete, scheinen die kurzfristigen Sorgen bei den Händlern schon wieder größtenteils beruhigt zu sein. Hauptgrund hierfür sind die rasant angestiegenen Exporte aus dem Nahen Osten. Kuwait und Saudi Arabien meldeten in den letzten Tagen, dass ihre Ölproduktionen und Exporte nur noch knapp unter den Mengen vom Jahresbeginn liegen, die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten sogar neue Allzeitrekorde in der Ölproduktion.

Mittlerweile sieht die Versorgung so gut aus, dass mehr und mehr Marktanalysten eine Überversorgung am Ölmarkt erwarten, sobald die Lieferströme und globalen Engpässe im Lauf der nächsten Monate gelöst und wiederaufgebaut werden. Analysten kürzten daraufhin bereits ihre Preiserwartungen für den Rohölmarkt für die kommenden Jahre, da die Erholungen vielerorts besser und schneller laufen, als zuletzt angenommen. Sicher ist trotzdem noch nichts, da die Lage im Nahen Osten sich genau so schnell wieder verhärten und die Versorgung der Ölmärkte damit kippen könnte.

Treibstoffmärkte in Zentral-Asien angespannt
Auch wenn sich die Lage bei Rohöl zuletzt stabilisierte, bleibt der Treibstoffmarkt weiter angespannt, besonders im asiatischen Raum. Russland musste zuletzt zugeben, dass die Kraftstoffversorgung im eigenen Land stark destabilisiert ist, weshalb Exporte weiter eingeschränkt und sogar Importe von Diesel und Benzin im Raum stehen, was für Russland sehr unüblich ist. Diese Versorgungsschwierigkeiten schwappen mittlerweile auch aus Russland heraus und ins direkte Umland im Süden und Westen.

Zentralasien ist stark von russischen Kraftstoffexporten abhängig. Kirgisistan bezieht rund 93 Prozent seines Kraftstoffbedarfs aus Russland und sucht jetzt dringende Unterstützung von anderen Nachbarländern. Auch Kasachstan sieht die eigene Verarbeitung bedroht, da mitunter eine Aufbereitungsanlagen für kasachisches Erdgas, die in russischem Gebiet steht, von ukrainischen Drohnen schwer beschädigt wurde. Die Angebotsschwierigkeiten und entsprechende Änderungen bei Exporten und Transportrouten wirkt sich anteilig auf weite Teile der weltweiten Treibstoffexporte und entsprechende Preise aus.

Heizölpreise mit leichtem Plus erwartet
Mit den kürzlichen Entwicklungen bei Ölprodukten und den leichten Anstiegen am Rohölpreis gibt es auch einen leichten Preisdruck auf Heizöl in der Bundesrepublik. Glücklicherweise für die Abnehmer sind die Preisanstiege jedoch nur gering, dennoch müssen Abnehmer von Heizöl mit durchschnittlichen Aufschlägen um +0,50 bis +1,10 Euro pro 100 Liter Heizöl rechnen.