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Preisstatistik: Heizöl verteuert sich trotz Friedensbemühungen

November 3, 2023

Die geopolitischen Krisen der Welt haben das globale Angebot an Öl und Ölprodukten massiv unter Druck gesetzt und die Ölpreise in die Höhe getrieben. Eine Aussicht auf schnelle Erholung gibt es dabei leider nicht, da sind sich die meisten Experten einig. Auch der Direktor der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, rechnet bis weit ins nächste Jahr mit einem angespannten Markt.

 

Keine schnelle Rückkehr zu Vorkriegsniveau
Der Vorsitzende der in Paris ansässigen Institution rechnet nicht damit, dass die Energiemärkte 2027 zu ihrem Niveau vor Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar zurückkehren werden. „Ich sehe leider keinen realistischen Weg, auf dem die Märkte im kommenden Jahr wieder das Niveau erreichen könnten, das sie vor Beginn dieses Krieges hatten“, sagte Birol am Montag auf einer Konferenz in Singapur.

 

„Die Ölpreise bewegen sich nahe der Marke von 120 Dollar je Barrel, und die Preise für Ölprodukte liegen sogar noch deutlich höher“, so der Ökonom. Für viele Länder habe ein solches Preisniveau erhebliche wirtschaftliche Folgen. Während einige europäische Länder damit noch zurecht kämen, belastete es in vielen Teilen der Welt die Handelsbilanz erheblich, fürchtet Birol.

 

Diesel-Markt bleibt extrem knapp
In Sachen Diesel-Versorgung hat der IEA-Chef aber auch für Europa keine besonders rosigen Aussichten. Der Winter könnte aus Sicht Birols schwierig werden. Wartungsarbeiten in Raffinerien weltweit, fehlende Gasexporte aus Russland, sowie die weitreichenden Folgen des Iran-Krieges, der wichtige Lieferanten wie Katar und die VAE dazu zwinge, die Exportmengen zu drosseln, werde die Gasmärkte auch weiterhin erheblich unter Druck setzen.

 

Birol erwartet aufgrund der aktuellen Ölkrise eine gewisse Wiederbelebung der Kernenergie. Der jüngsten IEA-Erhebung zufolge befinden sich weltweit Kernkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 90 Gigawatt im Bau – so viele wie seit 40 Jahren nicht mehr.

 

Inlandspreise
Aufgrund der knappen Angebotslage bei Ölprodukten bleiben auch die Heizölpreise im Bundesgebiet auf grundsätzlich hohem Niveau. Heute sind die Preise im Vergleich zu gestern auch wieder gestiegen, so dass sich Verbraucherinnen und Verbraucher im Vergleich zu Montag auf Aufschläge von ca. +3,10 bis +4,10 Euro pro 100 Liter einstellen müssen.