Preisstatistik: CO2-Abgabe verteuert Heizöl zum Jahresauftakt

November 3, 2023

An den Ölbörsen gingen die Preise am Montagnachmittag zeitweise wieder deutlich nach oben. Grund dafür war wieder einmal der Konflikt im Nahen Osten, der sich erneut verschärfte. Dies ließ auch die Wahrscheinlichkeit für ein baldiges Abkommen zwischen den USA und Iran wieder sinken.

Ausweitung der israelischen Militäroperation im Libanon Stein des Anstoßes
Israels Premierminister Netanjahu und Verteidigungsminister Katz kündigten am Montagnachmittag eine Ausweitung der israelischen Militäroperationen auf einen Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut an, wo die Hisbollah-Miliz stark vertreten sein soll. Der Iran fasste dies als Verstoß gegen die Waffenruhe auf und machte dafür nicht nur Israel, sondern auch die USA verantwortlich.

Iran legt Verhandlungen angeblich auf Eis
In einer Meldung der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim hieß es wenig später, die iranischen Unterhändler hätten den indirekten Austausch mit den USA vorübergehend auf Eis gelegt. Den noch vor Kurzem stark gestiegenen Hoffnungen auf ein baldiges Abkommen zwischen der Islamischen Republik und den Vereinigten Staaten versetzte dies wieder einen kräftigen Dämpfer.

Meerenge Bab el-Mandeb gerät wieder ins Visier Irans
Damit wird auch eine baldige vollständige Öffnung der Straße von Hormus für den internationalen Schiffsverkehr wieder unwahrscheinlicher und auch die Meerenge Bab el-Mandeb wurde vom Iran gestern wieder ins Spiel gebracht. Die Meerenge verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und ist vor allem für Saudi Arabien eine wichtige Alternativroute für den Export seines Rohöls.

„Aktiviert“ Teheran tatsächlich, wie es in dem gestern von Tasnim veröffentlichten Bericht hieß, die Widerstandsfront mit den verbündeten Milizen im Irak, Libanon und Jemen, so könnte auch der internationale Schiffsverkehr über Bab el-Mandeb erneut durch die jemenitische Huthi-Miliz gestört werden.

Trump: Gespräche mit Iran werden fortgeführt
US-Präsident Trump gab in einem Post auf seiner Kommunikationsplattform Truth Social am gestrigen Montag entgegen der Tasnim-Meldung an, die Gespräche zwischen Washington und Teheran würden „in hohem Tempo fortgeführt“. In einem Fernsehinterview mit dem Sender NBC hatte Trump zuvor gesagt, die beiden Seiten hätten seiner Meinung nach zu viel geredet. „ich denke, Schweigen wäre gut“, so der Präsident im Interview.

„Teilweise Waffenruhe“ zwischen Hisbollah und Israel?
Später sprach Trump dann davon, dass er über Vermittler mit der Hisbollah gesprochen habe und diese zugesichert habe, Israel nicht mehr anzugreifen. Israel soll sich derweil dazu bereit erklärt haben, die Truppen zurückzuziehen, die sich auf den Angriffe des libanesischen Vororts vorbereitet hatten. Ob diese teilweise Waffenruhe dem Iran genügt, bleibt allerdings abzuwarten.

Heizöl etwas teurer erwartet
Angesichts der widersprüchlichen Meldungen zum Nahostkonflikts werden die Heizölpreise heute etwas teurer erwartet. Den Erwartungen zufolge sind Aufschläge von +0,45 bis +1,05 Euro pro 100 Liter gegenüber Montagvormittag möglich, bevor sich die Meldungen über die teilweise Waffenruhe im Libanon auf die Inlandspreise niederschlagen könnten.