Preisrutsch bei Röhöl geht weiter – Hoffnung auf Gaza-Abkommen – Heizöl nochmals billiger

November 3, 2023

An den Ölbörsen erlebten die Preise für Rohöl und dessen Produkte ab gestern Mittag erhebliche Abschläge und sind damit heute Vormittag weit günstiger als gestern. Grund sind mitunter die wieder entspannter gesehen Situation zwischen dem Iran und den USA, die geplanten Ausbauten der Ölproduktion in Venezuela, und damit auch wieder der Ausblick auf die von vielen Seiten erwartete, deutliche Überversorgung am Ölmarkt.

Geopolitische Spannungen beruhigen sich etwas
Zentral für die Preisentspannungen an den Ölmärkten sind die aktuell wieder entspannteren geopolitischen Entwicklungen und Verwerfungen. So bleibt zwar im Rahmen der US-Iran-Atomgespräche noch immer eine gewisse Grundspannung, doch die schlimmsten Unruhen scheinen aktuell beruhigt. US-Präsident Trump scheint sich bewusst, dass Verhandlungen mit dem Iran einige Wochen bis auch einen Monat dauern könnten, wirkte dafür jedoch sehr offen.

Natürlich läuft aber nicht überall alles gut. Zwischen der Ukraine und Russland kam es zuletzt wieder häufiger zu Angriffen. So wurden in der Ukraine wiederholt Strom- und Heizkraftwerke zerstört, während die Ukraine aktuell wieder russische Raffinerien mit Drohnen attackiert. So schade es klingt, die Öl- und Energiemärkte haben diese Konflikte und Spannungen schon lange in ihren Preisen einkalkuliert, weshalb es aktuell kaum Einfluss auf die Ölpreisentwicklung hat.

Überversorgung im Fokus
Nachdem der aktuellste Krisenherd, also die USA-Iran-Gespräche, eher positiv und überwiegend friedlich und gut angesehen werden, blicken die Marktbeobachter wieder auf die erwartete, globale Öl-Überversorgung. In einem Bericht gestern meldete die Internationale Energieagentur, kurz IEA, dass für 2026 eine durchschnittliche Öl-Überversorgung von 3,7 Mio. Barrel Öl jeden Tag über 2026 hinweg erwartet wird.

Gleichzeitig kommen mehr und mehr Infos aus den USA, wonach die Ölproduktion in Venezuela noch dieses Jahr erheblich angekurbelt werden soll. Zunächst werden Schrittweise neue Zulassungen für Untersuchungen durch US-Firmen vergeben, zeitnah sollen Bohrlizenzen für die Ölförderung folgen sowie Kooperationsfreigaben für internationale Öl- und Energiefirmen, um mit Venezuela zusammen zu arbeiten. Genaue Termine sind hierfür jedoch noch nicht bekannt.

Heizöl erheblich günstiger erwartet
Mit dem Fokus zurück auf den überfüllten Markt, sinken auch die Preise an den Ölbörsen und damit auch bei Heizöl. Das sorgt auch in der Bundesrepublik bei Abnehmerinnen und Abnehmern für erhebliche Abschläge beim heutigen Preis, welcher aktuell im Durchschnitt -1,60 bis -2,20 Euro pro 100 Liter günstiger erwartet wird, als am Donnerstagvormittag.