Ölpreisrallye beendet – Heizöl erneut günstiger

November 3, 2023

Die Sorge um eine Eskalation zwischen den USA und dem Iran beschäftigt die Ölmärkte schon seit Wochen und bietet den börsengehandelten Rohölpreisen wenig Spielraum nach unten. Zu groß ist die Angst vor plötzlichen Angebotsunterbrechungen, kommt doch ein großer Teil des weltweit verbrauchten Öls aus dem Nahen Osten. Insgesamt überwiegt am Markt die Unsicherheit, so dass es immer wieder zu Kursschwankungen kommt.

 

Iran-Unsicherheit sorgt für Kursschwankungen
Denn Unsicherheit ist so ziemlich das Schlimmste für die Anleger, vor allem bei Rohstoffen, die teilweise weit in die Zukunft gehandelt werden und somit auf Prognosen und belastbare Vorhersagen angewiesen sind. In einer Situation wie der aktuellen, in der sich die beiden Parteien zwar um Gespräche bemühen, gleichzeitig aber die Drohkulisse aufrecht erhalten, ist – theoretisch – erst einmal alles möglich.

 

Analystin: Ölpreise dürften in enger Spanne bleiben
Ölmarktanalystin Vandana Hari vom international tätigen Beratungsunternehmen Vanda Insights in Singapur meint, dass die Ölpreise wohl auf absehbare Zeit in einer engen Spanne handeln dürften. Mit einem stärkeren Preisrückgang rechnet sie nicht, da sie die Aussichten auf ein baldiges Abkommen zwischen den USA und dem Iran für unwahrscheinlich hält.

 

Dies gilt laut der Expertin jedoch auch in umgekehrter Richtung: „Zusätzliche konfrontative Rhetorik oder militärische Machtdemonstrationen können zwar die Risikoprämie erhöhen, aber die Gewinne dürften begrenzt sein, solange US-Angriffe auf den Iran nicht unmittelbar bevorstehen“.

 

Anleger preisen Risikoprämie ein – Volatilität steigt
Und hier versteckt sich die Krux, denn so lange es keine Angriffe oder militärischen Eskalationen gibt, kommt es auch nicht zu Versorgungsausfällen. Im Falle eines Falles kann dies aber rasend schnell gehen, beispielsweise wenn die Wasserstraßen im Persischen Golf blockiert würden, durch die täglich über 20 Millionen Barrel Öl fließen.

 

Die Anleger wollen auf das Schlimmste vorbereitet sein und preisen deshalb eine sogenannte Risikoprämie ein, die die Ölpreise stützt, obwohl objektiv betrachtet noch nichts passiert ist, was die Ölversorgung tatsächlich beeinträchtigt. Gleichzeitig nutzen die Marktteilnehmer das hohe Preisniveau auch immer wieder für Gewinnmitnahmen, eben weil es bisher nicht zu Ausfällen kam. Damit steigt die Volatilität an den Börsen und die Preise schwanken.

 

Heizölpreise im Inland
Dies zeigt sich auch bei den Heizölpreisen im Inland, wo es zuletzt ebenfalls immer wieder zu neuen Preisanstiegen kam. Heute halten sich die Veränderungen im Vergleich zu Mittwochvormittag allerdings in Grenzen, da die Kurse an den Ölbörsen ihre Tagesgewinne zum Abend hin wieder abgaben. Entsprechend kosten 100 Liter Heizöl im Bundesgebiet heute etwa -0,10 bis +0,30 Euro im Vergleich zu Mittwoch.