Ölpreise ziehen weiter an – Gaspreise steigen rasant – Heizöl moderat teurer

November 3, 2023

Mit dem Start in die neue Woche bleibt die Lage an den Ölmärkten ähnlich angespannt wie in den letzten Wochen. Die Diskussionen rund um die Seeroute „Straße von Hormus“, und die Streitigkeiten zwischen den USA und dem Iran dazu, wem sie gehört und wie die Schifffahrt darauf freigegeben werden soll, setzen sich auch mit dem Start der neuen Woche weiter fort. Die Ölpreise stiegen in diesem Zusammenhang in den letzten Tagen wieder etwas an, liegen aktuell jedoch noch deutlich unter dem Jahreshoch von Anfang April.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Mit den anhaltenden Spannungen im Nahen Osten bleiben auch die Preisentwicklungen an den Ölmärkten insgesamt unsicher und von starken Schwankungen betroffen. Während Abnehmer aktuell +0,19 Euro mehr pro 100 Liter als vergangenen Freitag zahlen, sind die Preise am Montagmorgen im Durchschnitt +3,85 Euro höher als noch vor einer Woche, da sich die Verhandlungsbereitschaft zwischen den USA und dem Iran zuletzt wieder deutlich verschlechtert hat. Damit sind die aktuellen Preise fast auf dem selben Niveau wie Mitte Juli – verglichen mit vor einem Monat zahlen Heizölkäufer in der Bundesrepublik aktuell durchschnittlich leichte Aufschläge in Höhe von +0,37 Euro.

Langfristige Preisentwicklung
Im langfristigen Preisvergleich kann man erkennen, dass die aktuellen Preise spürbar über denen vor drei Monaten, also Mitte Mai liegen, als die schlimmsten Kriegsentwicklungen im Nahen Osten sich beruhigt hatten. Dennoch sind die aktuellen Heizölpreise weiterhin sehr stark über dem Preisniveau zur selben Zeit in den vergangenen Jahren. Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in Deutschland zahlen aktuell durchschnittlich +50,78 Euro beziehungsweise +57,9% mehr als im August 2025, und +43,65 Euro mehr als vor zwei Jahren.

 

 

Was spricht aktuell für steigende Preise?

– USA und Iran kämpfen weiter um Straße von Hormus
Die Auseinandersetzungen um die freie Schifffahrt oder alternativ der Besitz der Seeroute „Straße von Hormus“ südlich des Iran und in Richtung des Indischen Ozeans laufen weiter. Der Warenverkehr aus der Straße von Hormus und damit große Teile der Öltransporte am Weltmarkt sind damit stark ausgebremst.

– Ukrainische Angriffe legen große Teile russischer Ölanlagen lahm
Die Ukraine setzt ihre Angriffe auf russische Raffinerien und Ölexportanlagen weiter fort, nachdem diese im Juli zeitweise etwas heruntergefahren wurden. Das schränkt die Ölproduktversorgung auf dem Weltmarkt erheblich ein.


Was spricht aktuell für sinkenden Preise?

– Ölexporte aus dem Nahen Osten werden versteckt fortgesetzt
Trotz der Blockaden und Konflikte rund um die Straße von Hormus versuchen Unternehmen rund um den Persischen Golf ihre Schiffe versteckt mit deaktivierten Trackern durch die Seestraße zu schicken, um so den Bedarf am Markt zu stillen und von erheblichen Gefahrenaufschlägen zu profitieren.

Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 17.08.2026