Ölpreise ziehen an – USA und Iran auf Konfrontationskurs – Heizöl spürbar teurer

November 3, 2023

Während die Ölbörsen am Vortag in relativer Unsicherheit handelten, geprägt von erst moderat sinkenden und dann deutlicher steigenden Preisen, ist zum Dienstagmorgen wieder eine allgemeine „Entspannung“ an den Markt gekommen. Die Preise sinken wieder leicht, die Unruhe durch die Aktionen rund um Venezuela legt sich wieder etwas. Und ein allgemein erwartetes Bild der letzten Monate zeichnet sich dadurch ebenfalls weiter ab – Die Märkte rechnen auf globaler Ebene weiterhin mit sinkenden Rohölpreisen.

Überversorgung übertrifft Krisenherde
Die erwartete Überversorgung bleibt dabei nach wie vor der Dreh- und Angelpunkt der Debatte. Weltweit wird vielerorts deutlich mehr Erdöl produziert, insbesondere in Afrika, Südamerika und den USA. Zwar stieg zur selben Zeit auch der globale Bedarf nach Öl an, jedoch in einem sehr viel niedrigeren Maß als die Produktion. Eine Überproduktion ist die Folge. Und um am Markt überleben zu können, sehen sich die Ölproduzenten dazu gezwungen, die Preise zu senken um ihre Ware los zu werden.

Auch die internationalen Konflikte, welche mancherorts die Ölproduktion beeinflussen, werden von der bereits existierenden Überversorgung des Ölmarkts überschattet. So sorgen wiederholte Angriffe auf russische Infrastrukturen für Produktions- und Exportrückgänge in Russland, auch Kasachstan war zeitweise betroffen. Die Exportblockaden vor Venezuela seit Mitte Dezember sorgten ebenfalls dafür, dass die Ölförderung abgebremst werden musste um die Lager nicht komplett zu überfluten.

Experten erwarten sinkende Rohölpreise für 2026
Einer Umfrage mit 34 Experten zufolge wurden die bereits niedrigeren Preisprognosen für 2026 nochmals gesenkt. Die befragten Analysten erwarten aktuell einen durchschnittlichen Rohölpreis des in Europa handelsüblichen „Referenz-Öls“ Brent für 2026 von 61,27 Dollar. Der aktuell tatsächliche Preis liegt leicht schwankend bei etwa 61,80 Dollar. Anfang letztes Jahr wurde in einer ähnlichen Umfrage für 2025 mit 74,33 Dollar gerechnet.

Dabei sind die Prognosen der allgemeinen Analysten oft noch deutlich höher als die der amerikanischen Agenturen. Eine der zentralen Gruppen in Ölmarkt-Analytik und Verfolgung der Ölbestände ist die amerikanische EIA. Diese meldete vergangenen Dezember eine erwartete Preisprognose für den Durchschnittspreis von Brent-Öl im Jahr 2026 von nur 55,08 Dollar. Sowohl bei den Experten, als auch bei der EIA wurden die aktuellen Zwischenfälle in Venezuela noch nicht in den Preiserwartungen eingerechnet.

Heizöl etwas teurer
Die aktuellen, globalen Entwicklungen sorgten am Vortag an den großen Börsen für leichte Unsicherheiten am Markt, während der Winter in Deutschland aktuell mild genug läuft, um bei Bedarf genug Heizöl anbieten zu können. Daher sind für den Dienstag durchschnittlich nur leichte Preisanstiege zu erwarten, durch welche die Abnehmerinnen und Abnehmer im Bundesgebiet heute Vormittag durchschnittlich etwa +0,15 bis +0,50 Euro pro 100 Liter mehr zahlen.