Ölpreise trotz politischer Unsicherheiten im Minus – Heizöl mit leichten Abschlägen

November 3, 2023

Nachdem die Spannungen zwischen den USA und Iran am Dienstag wieder zunahmen, scheint sich der Wind nun – wieder einmal – zu drehen. Trotzt der Angriffe auf iranische Ziele, die Teheran als Verletzung des Waffenstillstands wertete, blieb ein Vergeltungsschlag bisher aus. Statt dessen scheinen die Verhandlungen tatsächlich Fortschritte zu machen.

 

Iran-Unterhändler zeigt sich optimistisch
Nach seiner Rückkehr aus Katar bewertete der iranische Unterhändler Mohammad Bager Qalibaf den Verlauf der Gespräche als „positiv“. Iranischen Medien zufolge sei die Freigabe von insgesamt 24 Mrd. Dollar eingefrorener iranischer Vermögenswerte der letzte Verhandlungspunkt. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass man sich in allen anderen Punkten, wie etwa der Öffnung der Straße von Hormus, mit Washington einig ist.

 

Scheinbar soll die nun verhandelte Absichtserklärung in zwei Phasen aufgeteilt werden. In Phase eins ist beabsichtigt, den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus wieder anlaufen zu lassen und eventuell einige eingefrorene Vermögenswerte für den Iran freizugeben. In einer zweiten Phase soll dann der restliche Deal, insbesondere die nuklearen Fragen, ausgehandelt werden.

 

Mehr Schiffe passieren die Straße von Hormus
Möglicherweise als Zeichen des guten Willens hat der Iran in der Zwischenzeit schon einige Schiffe die Meerenge passieren lassen, darunter auch LNG- und Ölfrachter. Dennoch bleiben die Spannungen zwischen Washington und Teheran hoch und die Rhetorik teilweise hochaggressiv. So rief gestern der Ayatollah Modschtaba Chamenei wieder den altbekannten Slogan „Tod Amerika“ aus.

 

US-Außenminister Marco Rubio hingegen zeigte sich gestern noch recht optimistisch und betonte einmal mehr, dass die Straße von Hormus auf „die eine oder andere Weise“ wieder geöffnet werde. Es werde wahrscheinlich einfach nur ein paar Tage brauchen, um das Abkommen zu finalisieren, so seine Einschätzung.

 

Inlandspreise etwas günstiger 
Mit diesen überwiegend positiven Signalen aus dem Nahen Osten geben die börsengehandelten Ölpreise heute wieder ein Stück nach, was sich auch auf die Heizölpreise im Inland übeerträgt. Hier können sich Verbraucherinnen und Verbraucher heute über Abschläge von ca. -1,70 bis -2,40 Euro/100l im Vergleich zu gestern morgen freuen.