Ölpreise suchen nach Kursrutsch Halt – Trump stoppt Öl-Abkommen mit Venezuela – Heizöl günstiger

November 3, 2023

Die anhaltende Nahostkrise treibt die Heizölpreise in der Bundesrepublik nach oben. Dabei bleibt die geschlossene Straße von Hormus, die Haupttransportroute für Öl aus dem Nahen Osten, der Hauptgrund für die steigenden Öl- und Ölproduktpreise. Ein klares Ende des Konflikts und der daraus folgenden Versorgungsschwierigkeiten und Preisanstiege ist noch nicht abzusehen.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Die anhaltenden Unsicherheiten an den Weltmärkten treiben die Ölpreise weiter nach oben und scheinen sobald nicht abzureißen. Politische Spannungen und Versorgungsängste ließen die Preise seit Freitag um +5,77 Euro bzw. +3,8 Prozent ansteigen.  Verglichen mit vor einer Woche stiegen die Kosten beim Kauf von Heizöl in Deutschland um durchschnittlich +16,07 Euro. Im Vergleich zu vor einem Monat, als die USA und der Iran vor Kriegsbeginn ihre Atomverhandlungen intensivierten, werden derzeit Preisanstiege von insgesamt +58,14 Euro bzw. +58,8 Prozent gemeldet.

Langfristige Preisentwicklung
Die Heizölpreise in Deutschland finden sich derzeit auf dem höchsten Wert seit den frühen Tagen des Russland-Ukraine-Konflikts. Damit zahlen Käufer aktuell knapp +70,80 Euro bzw. +82,1% mehr als zur Weihnachtszeit 2025. Setzt man die Preise der letzten beiden Jahre daneben, kosten 100 Liter Heizöl in Deutschland aktuell rund +63,03 Euro mehr als im März 2025, und +53,58 Euro mehr als März 2024. Diese Preisdifferenzen können regional und in Zusammenhang mit den aktuellen, geopolitischen Spannungen überall etwas anders ausfallen.

 

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Trump stellt Iran Ultimatum
Trump stellt dem Iran ein Ultimatum zur Freigabe der Straße von Hormus für den internationalen Schiffsverkehr. Sollte die freie Durchfahrt durch die Seestraße nicht bis Montag Spätabends freigegeben werden, drohen schwere Angriffe auf die größten Kraftwerke des Irans. Der Iran drohte direkt mit Vergeltungsmaßnahmen.

– Globale Ölproduktion durch Nahostkonflikt um über -10% eingebrochen
Die anhaltenden Angriffe im Nahen Osten sowie die Exportsperren durch die weitgehend geschlossene Straße von Hormus lassen die Ölproduzenten weniger Ware pumpen, da Exporte aus dem Nahen Osten kaum möglich sind und nur begrenzt gelagert werden können. Beschädigte Produktionsanlagen und Raffinerien verschlimmern die Situation noch weiter.


Was spricht aktuell für sinkende Preise?
– Schrittweise Freigabe strategischer Ölreserven ab dieser Woche geplant
In der aktuellen, letzten Märzwoche sollen verschiedene staatliche Ölreserven im internationalen Raum im Rahmen eines großen Abkommens über rund 400 Mio. Barrel Rohöl freigegeben werden. Die USA und Asien wollen dabei mit als erstes anfangen, die EU, darunter Deutschland, folgen kurz danach.

– USA lockern Sanktionen für russisches und iranisches Öl auf See
Um Teile der eingeschränkten Ölexporte aufzufangen, will die USA den Kauf von russischem und iranischem Öl erlauben, wenn dieses spätestens Mitte März bereits auf hoher See war. Zuvor waren solche Käufe gezielt durch die USA verboten worden.

Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 23.03.2026