Ölpreise suchen nach Kursrutsch Halt – Trump stoppt Öl-Abkommen mit Venezuela – Heizöl günstiger

November 3, 2023

Zum Start in den Mittwoch sind die Preise an den Ölbörsen und Märkten nur leicht zurück gegangen, nachdem sie seit Dienstagnachmittag erheblich angestiegen sind. Die Marktteilnehmer beobachten das aktuelle geopolitische Vorgehen, insbesondere alles rund um die USA sehr genau, insbesondere im Bezug auf die militärische Präsenz in der Nähe des Iran.

Scharfe Waffen vor der Straße von Hormus
Mit den Annäherungsversuchen zwischen dem Iran und den USA am Montag standen die Zeichen noch gut, dass mögliche Verhandlungen ohne Probleme ablaufen. Zwar sollen weiterhin friedliche Gespräche stattfinden, doch ganz so reibungslos laufen die Vorbereitungen wohl nicht. So sollen heute am frühen Morgen, den USA zufolge, US-Streitkräfte eine iranische Drohne aus „Selbstverteidigung“ abgeschossen haben. Gestern sollen zudem zwei Boote der iranischen Revolutionsgarde einem US-Schiff mit Waffengewalt gedroht haben und wollten es angeblich entern.

Von Seiten des Iran wird diese Erzählung etwas anders gesponnen. Der Drohneneinsatz soll demnach „eine gewöhnliche und legale Mission zur Aufklärung, Überwachung und Fotografie“ gewesen sein. Auch der Einsatz bewaffneter Boote gegen den US-Tanker „Stena Imperative“ soll keine Aggression gewesen sein, sondern eine Warnung abzudrehen, da das US-Schiff „illegalerweise“ in die Straße von Hormus eingedrungen sei.

Letztlich lässt sich von außen nicht sagen, wer wirklich Recht hat. Klar ist jedoch, dass beide Seiten mit deutlicher Anspannung vor den geplanten Verhandlungen am Freitag agieren. Diese Nervosität wirkt sich auch auf die Ölmärkte aus. Bei zu starken Spannungen wird der Verkehr durch die Straße von Hormus, eine Meerenge im Nahen Osten durch die knapp 20% des täglichen Ölverbrauchs laufen, als gefährlich angesehen und Gefahrenzuschläge können auftreten. Auch ein Risiko auf Einschränkungen der Handelsroute bleibt in diesem Fall bestehen.

Heizöl erheblich teurer
Nachdem bis gestern Mittag deutliche Entspannungen auf weltpolitischer Ebene erwartet wurden, und diese mit den aktuellen Spannungen erneut deutlich aufgewirbelt wurden, erwarten die Ölmärkte kurzfristig moderate Preisanstiege bei Öl und Ölprodukten. Das trifft auch die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland, welche aktuell bei Heizöl mit durchschnittlichen Aufschlägen in Höhe von +1,15 bis +1,55 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Dienstagvormittag rechnen müssen.