
Die Nachrichten aus dem Nahen Osten bleiben weiterhin das zentrale Thema am Ölmarkt und sorgen auch am letzten Handelstag der Woche für Volatilität. Seit Wochen schon herrscht inmitten widersprüchlicher Signale Unklarheit darüber, ob ein Abkommen zwischen den USA und Iran möglich ist oder nicht. Leichte Fortschritte scheint es nun zumindest bei einem Waffenstillstand zwischen Israel und Libanon zu geben.
Hisbollah lehnt Waffenruhe mit Israel ab
Einen solchen hatte der Iran zuletzt als wichtige Voraussetzung für ein Abkommen mit den USA gefordert. Gestern hieß es dann tatsächlich auch, dass sowohl Israel, als auch Libanon einer Waffenstillstandsvereinbarung zugestimmt hätten. Allerdings meldete sich heute früh die vom Iran unterstützte Hisbollah zu Wort. Die Miliz, die aus dem Libanon heraus agiert und vom Iran unterstützt wird, lehnt den Waffenstillstand mit Israel ab.
USA/Iran-Abkommen bleibt fraglich
Damit scheint auch das Abkommen zwischen den USA und Iran wieder mehr als fraglich, obwohl Donald Trump zum wiederholten Male beteuert hat, die Verhandlungen befänden sich in den letzten Zügen und eine Einigung stehe kurz bevor. Am Ölmarkt kehren entsprechende Zweifel zurück, denn ohne ein zumindest vorläufiges Abkommen zwischen den beiden Kriegsparteien bleibt auch die Straße von Hormus blockiert und die Ölexporte aus der Region unterbrochen.
Wo also die internationalen Ölbörsen am Donnerstag mit Aussicht auf das lang versprochene Abkommen ordentlich nachgaben, hat sich die Abwärtsbewegung heute schon wieder deutlich verlangsamt. Zwar wollen die Marktteilnehmer die Hoffnung nicht ganz aufgeben, doch „solange es vor Ort keine echten Fortschritte gibt, lässt sich kaum sagen, dass die Risikoprämie verschwunden ist“, merkt Ölmarktanalystin Charu Chanana von Saxo Markets an.
Inlandspreise nach Preisverlust von gestern günstiger
Bei den Inlandspreisen machen sich allerdings am Freitagmorgen erst noch einmal die Kursrückgänge von gestern bemerkbar und die Verbraucherinnen und Verbraucher können deshalb im Vergleich zu Donnerstagmorgen durchaus mit deutlichen Abschlägen rechnen. So kosten 100 Liter Heizöl heute ca. -2,60 bis -3,20 Euro weniger als gestern früh.