
Nach einer kurzen Erholung der Ölpreise in der ersten Wochenhälfte kam es heute Nacht, nach einer Ansprache des US-Präsidenten, zu scharfen Preisanstiegen, welche alle Rückgänge der bisherigen Woche wieder zunichte gemacht haben. Aktuell scheint sich die Preisrallye zwar wieder etwas beruhigt zu haben, die aktuelle Lage an den Märkten ist aber dennoch durch Pessimismus und Vorsicht zu starken Preisanstiegen getrieben.
Trump-Ansage zu Fortgang im Iran-Konflikt treibt Ölproduktpreise hoch
Am späten Dienstagabend kündigte der US-Präsident eine wichtige Ansprache zur aktuellen Lage im Nahostkonflikt für den späten Mittwochabend (Donnerstag-Nacht deutscher Zeit) an. Im selben Atemzug sprach er davon, dass sowohl der Iran als auch die USA erfolgreiche Gespräche führen würden, auch seitens des Iran gab es Andeutungen dass Friedensabkommen oder zumindest Waffenruhen bedacht werden, es jedoch noch etwas Verhandlungsbedarf bis dahin gebe.
Die Ansprache von Donald Trump brachte jedoch das genaue Gegenteil von dem was sich viele erhofft hatten. Statt Aussagen zu Abkommen oder friedlichen Gesprächen gab es harte Kritik und Androhungen verschärfter Auseinandersetzungen sowie Angriffe auf iranische Ölproduktionen und Kraftwerke, sollte man in den nächsten Tagen keinen Deal mit dem Iran zustande bekommen.
Da der Iran in Eskalationsfällen wiederholt mit schweren Gegenangriffen und Schlägen gegen Öl- und Energieanlagen im Nahen Osten gedroht hat, steigt an den Ölmärkten und Börsen die Sorge vor einer weiteren Angriffswelle. Angriffe gegen Öl- und Gasanlagen können Exporte und die globale Versorgung teils über Jahre einschränken und damit weit über ein mögliches Kriegsende hinaus den Markt belasten, was noch während der Ansprache Trumps deutliche Preisanstiege an den Ölbörsen und freien Märkten verursachte.
Heizöl und Kraftstoffe deutlich teurer, hohe Volatilität erwartet
Die Ankündigungen aus den USA sorgten noch in der Nacht zum Donnerstag für erhebliche Preisanstiege bei den Ölbörsen, und damit auch bei allen Ölprodukten. Bei Heizöl werden in der Bundesrepublik daher Aufschläge zu Mittwochvormittag in Höhe von +12,00 bis +13,50 Euro pro 100 Liter erwartet. Aber auch bei Kraftstoffen werden deutliche Preiserhöhungen erwartet.
Bei Diesel werden gegenüber dem Vortag Preisanstiege von rund +10 Cent pro Liter erwartet, bei Benzin +6 Cent pro Liter. Diese Preiserhöhungen könnten sich in Vorbereitung zum langen Osterwochenende noch bis Mittag deutlich ausbauen. Daher wird rechtzeitiges Tanken empfohlen!