Ölpreise stabilisieren sich – Chinas Wirtschaft überrascht – Heizöl etwas günstiger

November 3, 2023

Die kalten Temperaturen in weiten Teilen Europas aber auch der USA geben den Preisen an den Ölbörsen weiterhin Auftrieb. Hinzu kommen nun noch erneute Drohungen von US-Präsident Trump gegenüber dem Iran, die wieder einmal die Befürchtungen wecken, dass Trump mit einem Militärangriff gegen die Islamische Republik für Ausfälle des Ölangebots Irans, aber auch anderer Nahost-Staaten sorgen könnte. Daher wird an den Ölbörsen mittlerweile wieder ein leichter Risikoaufschlag mit einkalkuliert.

Trump droht Iran erneut mit Militärschlag
Mitte des Monats hatte es noch so ausgesehen, als wäre das Risiko eines US-Militärschlags gegen das Mullah-Regime im Iran abgewendet. Donald Trump hatte verkündet, Teheran habe ihm versprochen, nach der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste im Iran keine Hinrichtungen von Demonstranten vorzunehmen und auch niemand mehr bei Protesten getötet werde.

Statt eines Militärschlags wählte Washington dann die Erweiterung der Sanktionen gegen den Iran. Ende letzter Woche nahmen die Spannungen dann wieder zu, als der US-Präsident mitteilte, eine ganze Armada an Kriegsschiffen in Richtung des Nahen Ostens geschickt zu haben, für den Fall, dass Teheran nicht Wort hält. Seither ist wieder Säbelrasseln angesagt, das gestern in einer Mitteilung kulminierte, die Trump auf seiner Kommunikationsplattform Truth Social veröffentlichte.

In dieser warnte der US-Präsident die iranische Regierung, diese habe nicht mehr lange Zeit, um an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Dann drohte Trump mit einem „weitaus schlimmeren“ Angriff, als dem, den die USA im vergangenen Juni im Zuge des israelischen Luftangriffs auf Irans Atomanlagen durchgeführt hatten, sollte es sich nicht bereit für Verhandlungen zeigen.

Trotz westlicher Sanktionen war der Iran 2025 mit einer Fördermenge von durchschnittlich 3,3 Millionen Barrel pro Tag immer noch der drittgrößte Rohölproduzent der OPEC (Quelle: OPEC Monthly Oil Market Report Januar). Bei einem Militärschlag der USA gegen das Land könnte es aber nicht nur zu Ausfällen des iranischen Ölangebots selbst kommen. Auch das Angebot aus anderen Ländern der Region, wie beispielsweise Saudi-Arabien oder Irak, könnte in Mitleidenschaft gezogen werden – je nach dem, wie stark diese in den Konflikt mit hineingezogen werden.

Inlandspreise erneut teurer
Der aktuell im Vergleich zum Dollar starke Euro kann nur bedingt verhindern, dass sich die Preisanstiege an den Ölbörsen auch auf die Inlandspreise übertragen. Dies liegt daran, dass die Kontrakte für Rohöl und Gasöl an der ICE in der US-Währung gehandelt werden und bei einem schwächeren Dollar die Nachfrage nach den Kontrakten seitens der Trader aus dem Euroraum zunimmt und wiederum die Preise der Kontrakte steigen lässt. Dementsprechend müssen Abnehmerinnen und Abnehmer in Deutschland aktuell mit leichten Preisanstiegen von durchschnittlich +0,85 bis +1,25 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Mittwochvormittag rechnen.