Ölpreise so niedrig wie lange nicht – Wie reagiert die OPEC? – Heizöl-preise geben nach

November 3, 2023

Seit mittlerweile 2 Monaten halten die Konflikte im Nahen Osten an. Auch wenn die kriegerischen Auseinandersetzungen weitgehend zurückgefahren wurden, bleibt die Sperre der Seeroute „Straße von Hormus“ weiter bestehen. Das sorgt aufgrund sinkender Ölspeicher bei weiterhin hohem Bedarf für steigende Ölpreise an Markt und Börse, auch bei Heizöl. Näherungsversuche zwischen den Parteien bleiben unsicher, brachten zum Start in die neue Woche jedoch leichte Preissenkungen am Markt.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Mit den Näherungsversuchen zwischen den USA und dem Iran kam es über das Wochenende hinweg zu moderaten Preissenkungen bei Heizöl, welches aktuell durchschnittlich -4,10 Euro günstiger pro 100 Liter gehandelt wird als noch vergangenen Freitag. Dennoch sind die heutigen Preise mit +2,33 Euro etwas höher als in der Vorwoche, da die anhaltenden Importausfälle sich stetig mehr an den Märkten bemerkbar machen. Gegenüber den Hochs von vergangenem Monat zahlen Abnehmer heute -20,53 Euro weniger.

Langfristige Preisentwicklung
Im langfristigen Vergleich setzt sich das gewohnte Bild fort, bei dem die aktuell erheblichen Preisanstiege deutlich zur Geltung kommen. So zahlen Heizölkäufer derzeit +46,70 Euro mehr als Anfang Februar vor dem Irankonflikt. Und auch im direkten Saisonvergleich zu den letzten beiden Jahren sind starke Preisanstiege erkennbar. So kostet Heizöl aufgrund der anhaltenden Irankrise aktuell +53,82 Euro mehr als Anfang Mai 2025, und +40,68 Euro mehr als vor 2 Jahren.

 

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Washington scheint sich auf neue Militäroperationen vorzubereiten
Vergangene Woche kamen Meldungen aus den USA, wonach US-Präsident Trump zu möglichen Militäraktionen im Nahen Osten informiert und eingewiesen werden soll. Auch der Einsatz neuer Hyperschallraketen soll dabei ins Gespräch gekommen sein.

– Straße von Hormus weitgehend blockiert
Die Straße von Hormus, die weltweit wichtigste Öltransportroute ist seit 2 Monaten fast ununterbrochen gesperrt, nur wenige Schiffe können die Meerenge passieren. Das sorgt für erhebliche Einschränkungen bei freien Ölimporten und setzt den Markt unter Druck.

Was spricht aktuell für sinkende Preise?
– Fragile Waffenruhen im Nahen Osten
Aktuell sind weiterhin Waffenruhen zwischen USA und Iran aber auch Libanon und Israel gültig. Dennoch bleiben die Drohungen unter den Ländern hart, während besonders die Israel-Libanon-Waffenruhe sehr fragil ist und regelmäßig gebrochen wird.

– USA will Geleitschutz durch Straße von Hormus starten
Die USA wollen ab heute damit beginnen, Schiffe aus dem persischen Golf durch die Straße von Hormus zu eskortieren. Wie sicher oder erfolgreich dies mit der anhaltenden Durchfahrtssperre der Straße von Hormus seitens des Iran umgesetzt werden kann, bleibt abzuwarten.

Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 04.05.2026