Öffnet in einem neuen Tab

Ölpreise setzen Erholung fort – EIA und OPEC optimistisch – Heizöl verteuert sich weiter

November 3, 2023

Die Preise an den internationalen Ölbörsen setzen ihren Preisanstieg heute fort und ziehen damit auch die Inlandspreise erneut mit nach oben. Während die Krisenlage im Nahen Osten ein Haupttreiber am Ölmarkt bleibt, kommt aktuell auch noch eine Hurrikanwarnung in den USA hinzu.

 

Hurrikan Isaias auf dem Weg an die US-Golfküste
Hier hat sich im Golf von Mexiko in den letzten Tagen der erste große Tropensturm der Saison zusammengebraut und schon jetzt die Hurrikanstärke eins von fünf erreicht. Hurrikan Isaias bildete sich Anfang der Woche an der Ostküste Mexikos und zieht nun in Halbkreisformation in nordöstliche Richtung und wird Ende der Woche im Süden der USA auf Land treffen.

 

Bis Isaias die US-Golfküste erreicht, zieht er mitten durch das größte Offshore-Fördergebiet der USA und dürfte sich Meteorologen zufolge auf dem Weg zu einem Hurrikan der Kategorie 3 verstärken. Deshalb haben erste große Ölfirmen wie Chevron, Shell oder ExxonMobil auch schon mit der Evakuierung ihrer Bohrinseln begonnen und die Förderung an den Anlagen kurzfristig unterbrochen.

 

Schon jetzt ein Viertel der Gesamtförderung ausgefallen 
Aktuellen Schätzungen zufolge ist die Fördermenge der USA allein durch diese vorsorglichen Unterbrechungen um 510.000 Barrel pro Tag gesunken. Das entspricht etwa einem Viertel dessen, was üblicherweise in dem Gebiet gefördert wird. Sollte der Hurrikan die Anlagen dauerhaft beschädigen und die Ausfälle damit längerfristig anhalten, würde sich die ohnehin knappe globale Angebotslage deutlich verschärfen.

 

Und dabei ist nicht nur die Rohölförderung in den USA durch den Hurrikan bedroht. Auch am Produktmarkt könnte Isaias im schlimmsten Falle für weitere Verwerfungen sorgen, denn an der amerikanischen Golfküste befinden sich auch die meisten Verarbeitungsanlagen. In der Region sammelt sich etwa 50% der gesamten Raffineriekapazität des Landes.

 

Auch Produktversorgung in Gefahr
Sollte es durch den Hurrikan und die mit ihm einhergehenden Starkwetterereignisse zu Beschädigungen und langanhaltenden Ausfällen kommen, wäre dies für die Produktversorgung ein echtes Problem – und zwar nicht nur im Inland, sondern auch in Übersee. Immerhin sind die USA für Europa aktuell einer der wichtigsten Diesel-Lieferanten, nachdem die russischen Importe weggefallen sind und auch der Nachschub aus Nahost nur schleppend vorankommt.

 

Inlandspreise ziehen deutlich an
Mit der neuen Gefahr für die Angebotsseite steigen die international gehandelten Rohölpreise auf neue Monats-Hochs und ziehen damit auch die Mitteldestillat-Kontrakte mit nach oben. Damit steigen auch die Inlandspreise wieder an, so dass sich Verbraucherinnen und Verbraucher auf Preiszuschläge von +5,15 bis +5,95 Euro/100 Liter einstellen müssen.