Ölpreise nach Kursverlusten erholt – US-Ölvorräte sinken weiter – Heizöl günstiger

November 3, 2023

Der US-Iran Konflikt und die Kämpfe um den Besitz der (See-)Straße von Hormus hielten die Ölexporte aus dem Nahen Osten die längste Zeit fest im Griff. Zwar sind die Öltransporte noch lange nicht vollständig erholt, dennoch fielen sie in den letzten Wochen deutlich stärker aus, als in den letzten Monaten. Diese gestärkte Versorgung half dabei, größere Ausreißer bei der Preisentwicklung an den Rohölbörsen zu vermeiden.

Ölexporte aus dem Nahen Osten in den letzten Wochen deutlich erholt
Seit mittlerweile 6 Monaten hält der Konflikt mit dem Iran und der daraus entstandene Kampf um die Exportroute der Straße von Hormus an. Die Meerenge verbindet die Länder Iran, Irak, Kuwait, Saudi Arabien, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate mit dem Arabischen Meer und damit dem Weltmarkt. Mit dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran wurde die Meerenge jedoch von letzteren lange Zeit blockiert, um Ölexporte durch das Gewässer zu stoppen und so ein Druckmittel im Krieg zu haben.

Mittlerweile haben sich die ölexportierenden Länder jedoch an die Situation gewöhnt und nutzen alternative Routen und Liefermethoden, um ihre Fracht möglichst unerkannt durch die Meerenge oder gleich komplett um sie herum zu bringen. Mittels Shuttle-Schiffen, die große Ölmengen durch die Wasserstraße schleusen, und Pipelineumleitungen in nahe Länder und Hafenanlagen, konnten die Rohölexporte der Nahost-Golfregion auf insgesamt 15 bis 16 Millionen Barrel pro Tag gebracht werden. Vor der aktuellen Krise lagen sie bei rund 23 Millionen Barrel pro Tag, während sie zum Höhepunkt des Konflikts im Frühling deutlich unter 10 Millionen Barrel fielen.

Heizölpreise in Deutschland im Vergleich zu April 10 bis 15 Prozent günstiger
Trotz der sich stabilisierenden Ölexporte aus dem Nahen Osten fehlt natürlich dennoch Ware am Markt, während die Versorgung in manchen Ländern weiter deutlich eingeschränkt ist und besonders bei den Ölprodukten erheblich unter dem Bedarf am Ölmarkt zurück bleibt. Blickt man jedoch auf die frühen Wochen der aktuell laufenden Nahostkrise, sind die aktuellen Heizölpreise im Schnitt 10-15 Prozent günstiger als Ende März bis Anfang April. Ohne den Aufbau neuer Exportrouten und Verschleierungsmethoden laufender Öltransporte würden die aktuellen Preise vermutlich auch für den Endverbraucher deutlich höher ausfallen.

Heizölpreise etwas teurer vor dem Wochenende
Während die Märkte auf klare Entwicklungen zum Nahostkonflikt warten, und auf eine zeitnahe Friedensfindung und Wiedereröffnung aller Handelswege hoffen, sind die Preise an den Börsen weiter etwas angespannt. In direkter Folge sind die Heizölpreise in der Bundesrepublik heute etwas höher als noch am Donnerstagmorgen. Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in der Bundesrepublik müssen daher mit leichten Preisaufschlägen von +0,85 bis +1,45 Euro pro 100 Liter rechnen. Diese Preise sind jedoch nur Näherungswerte, da die aktuellen geopolitischen Entwicklungen jederzeit schnelle Preisänderungen mit sich bringen können.