Ölpreise im Bann der Politik – Trump nimmt Iran ins Visier – Heizöl etwas teurer

November 3, 2023

Die Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs haben zuletzt wieder nachgelassen, was an den widersprüchlichen Aussagen aus den USA und dem Iran liegt. Während der Krieg für US-Präsident Donald Trump offenbar schon so gut wie vorbei ist und Iran angeblich zu Verhandlungen bereit, heißt es aus Teheran, dass der zuletzt von Washington vorgeschlagene 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Kriegs ein Eingeständnis der Niederlage der USA sei. Medienberichten zufolge will die Islamische Republik nun außerdem Transitgebühren für die Straße von Hormus einführen.

 

Iran plant Transitgebühren für Straße von Hormus
In den vergangenen Tagen gab es immer wieder Meldungen darüber, dass der Iran vereinzelten Tankern die Durchfahrt durch die Straße von Hormus gewährt habe. Zuvor hatte es bereits Gerüchte über Verhandlungen zwischen Indien und Iran gegeben, im Rahmen derer Neu-Delhi Teheran darum gebeten haben soll Schiffe, die die Meerenge auf dem Weg nach Indien passieren müssen, unbeschadet durch die Wasserstraße fahren zu lassen.

 

Die halbstaatliche Nachrichtenagentur Fars berichtete nun unter Berufung auf einen iranischen Abgeordneten, dass das Parlament Irans derzeit an einem Gesetzesentwurf arbeite, der Gebühren für den sicheren Transit der Straße von Hormus vorsieht. Damit könnte das Mullah-Regime die Abhängigkeit zahlreicher Länder vom über die Meerenge abgewickelten Handel nutzen, sich neue finanzielle Mittel zu beschaffen, würde sich gleichzeitig aber auch gegen internationales Recht stellen, unter dessen Schutz die freie Schifffahrt durch strategisch wichtige Wasserstraßen eigentlich steht.

 

Auch Washington dürfte von der Idee der Transitgebühren wenig begeistert sein, hatte man sich dort doch zumindest vorgestellt, die Kontrolle über die Straße von Hormus mit dem Iran zu teilen. Die Frage ist nun, ob Trump erneut versuchen, wird den Druck auf den Iran zu erhöhen und wenn ja, wie weit dies den Konflikt wieder eskalieren lassen würde. Das iranische Parlament will den Gesetzesentwurf bezüglich der Transitgebühren angeblich bereits kommende Woche finalisieren.

 

Heizöl teurer erwartet
Die widersprüchlichen Meldungen zu den angeblichen Verhandlungen zwischen Washington und Teheran haben die Preise an den Ölbörsen zuletzt wieder steigen lassen. Hinzu kommt außerdem eine neue Kältewelle, die sich in Teilen Europas aktuell bemerkbar macht. Auch bei den Inlandspreisen sorgt dies wieder für einen Anstieg. Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland  müssen daher derzeit im Bundesgebiet beim Heizölpreis mit Aufschlägen in Höhe von +5,50 bis +6,55 Euro pro 100 Liter gegenüber Mittwochvormittag rechnen. Diese Angaben können sich aufgrund der unsicheren Lage der Märkte und weltpolitischen Entwicklungen jedoch jederzeit wieder ändern.