Ölpreise im 3. Quartal deutlich eingebrochen – Israel startet Bodenoffensive – Heizöl uneinheitlich

November 3, 2023

Der Iran-Krieg und seine Folgen für den Ölmarkt sorgen weiterhin für viel Volatilität bei den international gehandelten Rohölpreisen. Entsprechend legten auch die Heizölpreise im Bundesgebiet gestern eine regelrechte Achterbahnfahrt hin. Nach einem frühen Preisanstieg fielen die Preise im Tagesverlauf um fast 20 Euro pro 100 Liter.

 

Trump verspricht Kriegsende und Sanktionslockerungen
Am Montagabend hatte vor allem ein Kommentar von Donald Trump für Abwärtsdynamik gesorgt, denn er bezeichnete den Krieg im Iran als „so gut wie beendet“ und stellte gleichzeitig Sanktionslockerungen gegen Russland in Aussicht. Damit könnte russisches Öl einen Teil der Angebotsausfälle aus dem Nahen Osten auffangen. Konkrete Angaben machte der US-Präsident aber wie üblich nicht.

 

Bereits am Montagnachmittag hatten die G7 Staaten, bestehend aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und den USA, über eine mögliche Freigabe aus den strategischen Notreserven diskutiert. Diese sind für den Fall angelegt, um Angebotsschocks durch geopolitische Verwerfungen oder Naturkatastrophen aufzufangen.

 

G7 sieht noch keine Notwendigkeit für Notreserven
Allerdings entschieden die G7 Nationen gestern in Absprache mit der Internationalen Energieagentur (IEA), die die Notreserven verwaltet, dass eine solche Maßnahme noch nicht nötig sei. Obwohl damit erst mal kein zusätzliches Öl auf den Markt kommt, schien die Entscheidung an die Märkte doch das Signal zu senden, dass die Lage noch nicht so dramatisch ist, wie man noch am Montagmorgen fürchtete.

 

Volatilität dürfte hoch bleiben
Insgesamt wird die Lage aber aller Voraussicht nach volatil bleiben.  Entgegen der Aussagen des US-Präsidenten scheint ein Ende des Krieges am Persischen Golf nicht wirklich spürbar und mehr und mehr ölproduzierende Länder in der Region müssen ihre Förderung drosseln. Da die wichtigste Exportroute durch die Straße von Hormus weiterhin komplett gesperrt bleibt, werden die Lagerkapazitäten immer knapper, so dass die Ölpumpen still stehen müssen.

 

Inlandspreise
Auch bei den Inlandspreisen sind die starken Preisschwankungen spürbar und die durchschnittlichen Heizölpreise weisen starke Spannen auf – je nach Region können die Preisunterschiede aktuell bis zu 6 Euro betragen. Im Bundesdurchschnitt kann allerdings heute im Vergleich zu Montagmorgen mit einem Abschlag von etwa -15,90 bis -13,90 Euro pro 100 Liter Heizöl gerechnet werden.