Ölpreise im 3. Quartal deutlich eingebrochen – Israel startet Bodenoffensive – Heizöl uneinheitlich

November 3, 2023

Die Ölwelt blickt aktuell vor allem auf  Venezuela, da die US-Bestrebungen nach mehr Kontrolle die globalen Ölmärkte nachhaltig verändern könnten. Darüber geraten andere wichtige Marktfaktoren, wie etwa die wöchentlichen Bestandsmeldungen aus den USA, etwas ins Hintertreffen. So hatten die gestrigen Daten des US-Energieministeriums (DOE) nur wenig Einfluss auf die Ölbörsen, was aber auch an den gemischten Impulsen lag, die die Bestandsdaten lieferten.

 

Rohölbestände in den USA gesunken
Das DOE meldete für die Silvesterwoche einen Rückgang der amerikanischen Rohölbestände um -3,8 Millionen Barrel (à 159 Liter). Schätzungen hatten im Vorfeld gerade mal mit einem Drittel dieses Abbaus gerechnet. Wenn die Vorräte eines derart großen Ölverbrauchers wie den USA so deutlich sinken, entsteht ein preissteigernder Impuls an den Börsen, da der Rückgang auf eine Versorgungsknappheit hindeuten kann.

 

Zentrallager meldet aber Aufbauten
Dies wäre in der aktuellen Marktlage allerdings tatsächlich erstaunlich, denn weltweit ist der Ölmarkt zur Zeit eigentlich eher überversorgt. Und auch das lässt sich aus den aktuellen DOE-Daten herauslesen, denn die Vorräte im riesigen Zentrallager der USA in Cushing (Oklahoma) sind in der Berichtswoche nicht etwa gesunken, sondern um +700.000 Barrel gestiegen.

 

Raffinerienachfrage begünstigt Rohölabbauten
Der Rückgang bei den Gesamt-Rohölbeständen erklärt sich eher durch die robuste Raffinerienachfrage, denn wie schon in der Vorwoche lag die Auslastung aller amerikanischen Verarbeitungsanlagen bei saisonal sehr starken 94,7 Prozent. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag sie nur bei 93,3 Prozent. Je höher die Raffinerieverarbeitung, desto mehr Rohöl wird gebraucht.

 

Produktvorräte schwellen an – Nachfrage bleibt schwach
Die starke Raffinerieverarbeitung hat in der Berichtswoche zudem dazu geführt, dass die Vorräte an wichtigen Produkten wie Benzin und Destillaten stark angeschwollen sind (+7,7 Mio. Barrel und +5,6 Mio. Barrel). Die Nachfrage nach diesen Produkten bleibt in den USA aktuell aber hinter den Erwartungen zurück und sendet somit – gemeinsam mit den starken Aufbauten – einen eher preissenkenden Impuls an den Markt.

 

Anleger reagieren gelassen auf widersprüchliche Impulse
Die US-Bestandsdaten des DOE für die Silvesterwoche waren dieses Mal also eher eine gemischte Tüte. Während die Rohölabbauten tendenziell für steigende Preise sprachen, sorgten die Aufbauten bei den Produkten bei gleichzeitig sinkender Inlandsnachfrage eher für einen preissenkenden Impuls. An den Ölbörsen fiel die Reaktion damit gestern größtenteils verhalten aus.

 

Rohölbörsen geben weiter nach
Dennoch gaben die börsengehandelten Rohölpreise gestern im Laufe des Tages weiter nach, was allerdings eher an der Situation in Venezuela lag. Hier scheint alles darauf hinzudeuten, dass die USA die Kontrolle über die Ölwirtschaft anstreben und damit über kurz oder lang noch mehr Öl auf den ohnehin schon überversorgten Markt gelangen dürfte.

 

Heizölpreise tendenziell etwas günstiger
Bei den Inlandspreisen im Bundesgebiet ergeben sich damit im Vergleich zu gestern Vormittag zumindest leichte Preisabschläge. Je nach Region zahlen Verbraucherinnen und Verbraucher damit zwischen +0,15 bis -0,25 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Mittwoch.