Ölpreise auf Drei-Wochen-Hoch – Russland fordert Sanktionsende – Heizöl leicht teurer

November 3, 2023

Die Konflikte am Persischen Golf finden kein Ende. So bleibt der Streit um die für den Ölmarkt strategisch so wichtige Straße von Hormus weiterhin ungeklärt und auch die militärische Beruhigung der letzten Wochen ist seit gestern wieder passé. Mit neuerlichen Kampfhandlungen zwischen den USA und dem Iran sind nicht nur die börsengehandelten Rohölpreise wieder gestiegen, sondern auch die Inlandspreise für Heizöl.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Ein Blick in die Trendbox offenbart heute einen deutlichen Preisanstieg im Vergleich zum Ende der letzten Woche. So kosten 100 Liter Heizöl heute im bundesweiten Durchschnitt etwa 3,55 Euro mehr als noch am Freitag. Auch auf Wochensicht gesehen sind die Preise geklettert, denn im Vergleich zum letzten Montag müssen Verbraucherinnen und Verbraucher heute mit einem Aufschlag von etwa 2,04 Euro rechnen. Insgesamt hat der durchschnittliche Preis für 100 Liter Heizöl damit wieder das obere Ende der Preisniveaus aus den letzten 6 Wochen erreicht, wie der Kurvenverlauf der kurzfristigen Preisentwicklung zeigt.

Langfristige Preisentwicklung
Langfristig betrachtet bleiben die Heizölpreise im Bundesgebiet damit auf hohem Niveau, wenn auch unterhalb der Preisspitzen aus dem Frühjahr, als der Krieg im Persischen Golf begann. Doch auch die begonnene Erholung im Juni und Juli, als es so aussah, als seien ein Waffenstillstand und eine Annäherung der Konfliktparteien möglich, ist inzwischen zu großen Teilen wieder aufgeholt. Im Mehrjahresvergleich zeigt sich zudem, wie stark der Iran-Konflikt die Preisniveaus beeinflusst hat, denn seit Anfang März kostet Heizöl in der Bundesrepublik konsequent deutlich mehr als in den Vorjahren.

Was spricht aktuell für steigende Preise?

– Iran-Konflikt erschwert Ölexporte aus dem Nahen Osten
Auch, wenn sich die Ölströme durch die Straße von Hormus in den letzten Wochen konstant ihren Weg gesucht haben, bleiben die Exportmengen aus der Region doch deutlich hinter den üblichen Niveaus zurück. Der Iran kontrolliert nach wie vor die Durchfahrten durch die wichtige Meerenge, während die USA vor allem den iranischen Tankerverkehr effektiv blockieren. Die neuen Kampfhandlungen vom Wochenende haben zudem die Risikoprämie wieder etwas erhöht.

– Ukraine greift weiterhin russische Infrastruktur an
Auch der Krieg zwischen Russland und der Ukraine findet kein Ende. Hier wirken sich vor allem die nicht abreißenden ukrainischen Drohnenangriffe auf den internationalen Ölmarkt aus, denn Kiew nimmt von jeher verstärkt russische Ölinfrastruktur ins Visier. Betroffen sind vor allem Raffinerien und andere Verarbeitungsanlagen, so dass in Russland eine deutliche Produktknappheit spürbar ist. Mit Ausfuhrverboten für Benzin und Diesel versucht der Kreml gegenzusteuern, doch diese Mengen fehlen effektiv am Weltmarkt und steigern so die Preise.


Was spricht aktuell für sinkenden Preise?
– Nahost-Länder suchen Umwege, um Ölexporte zu sichern
Während der  US-Iran-Konflikt die Ölexporte im Nahen Osten weiterhin einschränkt, kämpfen die Anrainerstaaten darum, ihre Öllieferungen aufrecht zu halten und die Engstelle im Persischen Golf entweder zu umgehen oder mit weniger Risiko zu durchfahren. Entsprechend haben sich die Lieferströme in den letzten Monaten schon spürbar angepasst und gewandelt, so dass die Exporte durch die Straße von Hormus zwar nicht zurück auf Vorkriegsniveau sind, aber dennoch konstant Öl aus der Region am internationalen Markt ankommt.

Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 31.08.2026