Ölmärkte unter Druck – Russland will Ölproduktion drosseln – Heizöl abermals billiger

November 3, 2023

Am Dienstagabend wurden die Ölbörsen erheblich wachgerüttelt, als die USA Angriffe auf iranische Verteidigungsstellungen und Schnellboote meldete. Die USA wollte so den Iran für dessen Angriffe auf Frachtschiffe nahe der Küste des Oman und der (See-)Straße von Hormus bestrafen. Der Iran verurteilt das Verhalten und droht mit noch schärferen Maßnahmen. In direkter Folge stiegen die Rohöl- und Ölproduktpreise zeitweise deutlich, die Produktpreise fielen jedoch am Mittwochmorgen schon wieder.

USA bestätigt Angriffe auf iranische Verteidigungssysteme
Zwischen der Nacht zum Montag und Dienstagnachmittag hat der Iran, US-Medien zufolge, mindestens 4 Frachtschiffe beschossen und dabei teils schwer beschädigt. Die Regierung Teherans, also der Hauptstadt des Iran, drohte daraufhin, dass die Schifffahrt durch die Wasserstraße südlich des Iran nur gewährleistet werden könne, wenn die Schiffe aktiv nahe der iranischen Küste vorbeifahren würden. Als Antwort auf die iranischen Aggressionen griff das US-Militär eigenen Angaben zufolge mehr als 80 iranische Ziele an.

Angaben des US-Zentralkommandos zufolge richteten sich die Angriffe gezielt gegen iranische Luftverteidigungssysteme, andere militärische Anlagen und mehr als 60 Schnellboote der Islamischen Revolutionsgarde. Die Schläge seien dabei die „unmittelbar Reaktion“ der USA auf die Aggressionen des Iran gewesen. Gleichzeitig ließ die USA eine Sanktionsausnahme aufheben, die seit etwa drei Wochen den Verkauf und Kauf von iranischem Erdöl und dessen Produkten erlaubte.

Iran verurteilt US-Verhalten, kündigt „vernichtende Antwort“ an
Als Antwort auf die US-Reaktionen kündigte der Iran eine „vernichtende Antwort“ an und sprach von einem „eklatanten Akt der Aggression“ seitens der Vereinigten Staaten. Das Nachrichtenportal Axios berichtete in diesem Zusammenhang, dass der Iran Drohnenangriffe auf Bahrain durchgeführt habe. Auch Kuwait meldete, dass ihre Waffensysteme auf eingehende Drohnen- und Raketenangriffe reagiert hätten.

Die Spannungen seitens des Iran und den USA sorgt am Markt für Unsicherheit in der Sicherheit der Ölexporte aus dem Nahen Osten. Diese laufen bislang zu großen Teilen durch die Straße von Hormus, die noch letztes Jahr die wichtigste Transportroute für knapp 20 Millionen Barrel Öl pro Tag war. Sollten die Konflikte um diese Handelsroute weiter eskalieren, könnte die weiterhin vorsichtige Schifffahrt in der Region weiter ausgebremst und eingeschränkt werden, und damit den Angebotsdruck am Markt weiter verschärfen.

Heizöl etwas teuer
Nachdem die Ölprodukt-Preise am Dienstag von deutlichen Schwankungen betroffen haben, konnten sie sich am Ende wieder fast auf das Niveau des Vortages senken. Entsprechend sind für Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in der Bundesrepublik heute nur geringe Preisaufschläge um +0,25 bis +0,85 Euro pro 100 Liter gegenüber Dienstagvormittag zu erwarten. Die angespannte Lage im Nahen Osten könnte jedoch jederzeit neue Preisentwicklungen mit sich bringen, die unerwartete Änderungen der Preise auslösen können.