Ölmärkte in Wartestellung – Wichtige Pipeline fällt lange aus – Heizöl kaum verändert

November 3, 2023

Auch wenn die Spannungen zwischen Iran und USA weiterhin bestehen bleiben, zeigen beide Seiten allgemeine Versuche sich aneinander anzunähern. Während Teheran auf vorsichtige Annäherungen setzt, erhöht Washington den Druck und lässt Sanktionsausnahmen für iranisches Öl auslaufen. Experten und Marktteilnehmer hoffen, dass sich die Parteien stärker aneinander annähern, was die Preise an den Ölbörsen in direkter Folge etwas sinken lässt. Dennoch bleiben alle Seiten angespannt und auch in Europa häufen sich die Sorgen vor Ölprodukt-Engpässen.

Iran-USA-Spannungen: Zwischen Annäherungen und US-Strenge
Der Konflikt im Nahen Osten setzt sich weiter fort und die Exporte durch die zentrale See-Handelsroute in Nahost, die „Straße von Hormus“, sind seit Wochenbeginn noch weiter eingebrochen als schon in den letzten Wochen. Es scheint jedoch, als wollen sowohl die USA als auch der Iran sich an neuen Friedensgesprächen und Abkommen versuchen. Um diese besser abzusichern, melden Insider, dass der Iran einen vorläufigen Exportstopp durch die Straße von Hormus in Betracht zieht, um dadurch mögliche Spannungen mit den USA zu reduzieren.

Seitens der USA galten in den letzten 4 Wochen Sanktionsausnahmen für den Kauf von bereits verladenem, iranischen Öl, was den offenen Handel mit solchen Waren deutlich vereinfachte. Diese Ausnahmen sollen nun nicht verlängert werden, ob aus Prinzipientreue oder als Druckmittel gegen den Iran bleibt jedoch offen. Aber auch seitens US-Präsident Trump hofft man auf zeitnahe Verhandlungen mit Teheran, seinen Aussagen zufolge vielleicht schon „im Verlauf der nächsten zwei Tage“.

Konsequenzen der Nahost-Exporteinschränkungen in Europa sichtbar
Während die Versorgung mit Öl und Ölprodukten Aussagen der EU-Kommission zufolge flächendeckend noch völlig ausreichend für die aktuelle Situation ist, kämpft die Bevölkerung nicht nur mit enormen Preisen für Öl und dessen Produkte. Lokal bedingt kommt es in den ersten Städten und auch Ländern zu Produktknappheiten, insbesondere bei Kerosin und Diesel machen sich diese Knappheiten bemerkbar. Eine echte Krise sei der Kommission zufolge jedoch noch nicht zu befürchten.

Der EU-Flughafenverband meldet dennoch dringenden Bedarf an Kerosinzulieferungen, da die aktuellen Liefereinschränkungen aus dem Nahen Osten in wenigen Wochen und spätestens mit der Urlaubssaison im Sommer ernste Probleme verursachen könnten. Italien ist bereits von ersten Flugausfällen und Tanklimitierungen bei Flugzeugen betroffen. Europaweit häufen sich zudem Meldungen von lokal bedingten Dieselknappheiten, was zum Beispiel in Slowenien schon für Rationierungen von erlaubten, täglichen Tankmengen gesorgt hat. In Deutschland ist die Versorgung insgesamt noch stabil.

Heizölpreis sinkt weiter
Während die Spannungen zur Versorgung und der allgemeinen Krisensituation im Nahen Osten die Märkte in grundsätzlicher Anspannung halten, sorgen die Näherungsversuche und erwarteten, zeitnahen Gespräche zwischen den USA und dem Iran für Optimismus an den Märkten. In direkter Konsequenz sinken auch die Heizölpreise in Deutschland. So werden in der Bundesrepublik aktuell durchschnittliche Abschläge über -5,05 bis -6,55 Euro pro 100 Liter Heizöl im Vergleich zu Dienstagvormittag erwartet.