Ölmärkte in Sorge vor extremer Hurrikansaison – „Beryl“ erreicht Kategorie 4 – Heizöl günstiger

November 3, 2023

Mit den Spannungen rund um den Nahen Osten, die in den letzten Wochen aufgrund von Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz auch in Saudi Arabien für umfassende Probleme im Ölexport sorgen, steigen die Preise am Weltmarkt deutlich an. Unternehmen und Länder sehen die internationalen Exporte gefährdet und eingeschränkt, während die Nachfrage nach Öl und dessen Produkten durch Monate knapper Versorgung weiter steigt. Die kürzlichen Angriffe auf eine Pipeline in Saudi Arabien scheinen diesmal auch bestätigt Exporte nach Europa zu betreffen und einzuschränken.

Saudische Ölgesellschaft stoppt erste Lieferungen nach Europa
Ende letzte Woche kam es zu Meldungen von Bränden an der Ost-West-Pipeline in Saudi Arabien, welche Öltransporte vom Osten des Landes bis durch zur Westküste ermöglicht, von wo auch öfters Exporte nach Europa getätigt wurden. Die Pipeline musste vergangene Woche abgeschaltet werden, weshalb Handelsquellen schon sicher damit rechneten, dass es auch zu Einschränkungen bei den Exporten Saudi Arabiens kommt. Genau diese Befürchtungen wurden heute bestätigt.

Einem Insider zufolge teilte die saudisch-staatliche Ölgesellschaft „Saudi Aramco“ ihren europäischen Kunden mit, dass einige für September geplante Lieferungen ausfallen könnten. Verladungen aus dem Rotmeerhafen Yanbu, die so ziemlich wichtigste Exportstelle der Westküste Saudi Arabiens, werden vorübergehend sogar komplett ausgesetzt. Wie viele Ladungen betroffen sind und wie lange die Exportstopps andauern werden, ist bislang unklar.

Die Exportstopps und Lieferabbrüche sorgen nun jedoch für Druck am Rohöl- und Ölproduktmarkt, auch in Europa, da Länder wie Polen und Litauen in den letzten Monaten erhebliche Anteile ihrer Ölversorgung durch Saudi Arabien bezogen haben. Die lokalen Unternehmen wollen sich nun dafür einsetzen, die fehlenden Waren schnellstmöglich aus anderen Regionen zu importieren, was im Rahmen des knappen Angebots auf dem Weltmarkt zusätzliche Spannungen und Versorgungsunsicherheiten verursacht.

Heizölpreise steigen weiter an
Nachdem sich die Befürchtungen zu anhaltenden Exportschwierigkeiten aus Saudi Arabien mit der Info der Lieferstopps bestätigt hat, fürchten die Märkte sich verschlimmernde Engpässe in der globalen Versorgung mit Erdöl und dessen Produkten. Das sinkende Angebot sorgte dabei direkt für Preisanstiege am Markt, weshalb Abnehmerinnen und Abnehmer für Heizöl in der Bundesrepublik derzeit mit moderaten Preisanstiegen in Höhe von +2,45 bis +3,45 Euro pro 100 Liter gegenüber Dienstagvormittag rechnen müssen. Diese Zahlen sind Näherungswerte und Momentaufnahmen, und können sich im Tagesverlauf aufgrund geopolitischer und wirtschaftlicher Entwicklungen jederzeit ändern.