Ölmärkte atmen nach Kursrallye durch – Heizölpreise mit deutlichen Abschlägen 

November 3, 2023

Die weltpolitischen Unsicherheiten und Spannungen bleiben auch am heutigen Mittwoch so aktuell wie eh und je. Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine scheint kein Ende zu finden, die USA und der Iran wollen sich vielleicht morgen für neue Atomgespräche treffen. In Deutschland kam es dafür gestern Abend zu einer ganz anderen Entwicklung – Das Heizungsgesetz von 2024, welches für Neubauten und besonders alte Anlagen Erneuerungen mit umweltschonenderen Heizmitteln stärker durchsetzen wollte, wurde fast komplett umgeworfen.

Einbau von Öl- und Gasheizungen weiter erlaubt
Unter dem alten Gesetz musste eine „65-Prozent-Regel“ eingeführt werden, wonach neue Heizungen mindestens 65% ihrer Energiegewinnung durch erneuerbare Mittel erzeugen können mussten. Diese Regel wird nun gekippt und stattdessen eine langsame, stufenweise Erhöhung erneuerbarer Anteile in der Nutzung von Heizmitteln in die Gesetze eingeführt. Das erlaubt, zumindest für längere Weile, auch alte Heizkessel sowie Öl- und Gasheizungen zu verwenden, insofern die genutzten Öle und Stoffe einen langsam steigenden Anteil klimafreundlicher Kraftstoffe enthalten.

„Das neue Gesetz wird keine Regelungen erhalten, die den Ausbau oder Wechsel bestehender, funktionierender Heizungssysteme verpflichtend machen. Künftig können neben der Wärmepumpe, Fernwärme, hybriden Heizungsmodellen und Biomasseheizung weiterhin auch Gas- und Ölheizungen eingebaut werden“, so eine Zusammenfassung des Entscheids. Das neue Gesetz soll so ab Juli in Kraft treten.

Klimaschutzziele sollen grundsätzlich bleiben
Allgemeine Klimaschutzziele sollen weiterhin verfolgt werden, jedoch in modifizierter Art und langsameren Schritten. So soll ein verpflichtender Anteil erneuerbarer Heizmittel wie Biogas, Wasserstoff, Bio-Heizöl und synthetischen Ölen in Heizungssystemen bis 2029 auf 10 Prozent erhöht werden. Dieser Anteil soll alle paar Jahre schrittweise und langsam erhöht werden und damit genug Zeit für Umbauten und allgemein seichtere Preisentwicklungen ermöglichen.

Gleichzeitig sollen die umweltschonenderen Kraftstoffe frei von CO2-Besteuerung sein. Auch der Umbau alter Heizsysteme auf modernere, weniger klimaschädliche Systeme soll vorerst weiter durch staatliche Unterstützungen und Anreize subventioniert und damit lukrativer für den Verbraucher werden. Exakte Ausmaße der Unterstützungen und Entwicklungen der Biokraftstoff-Anteile wurden jedoch noch nicht genannt und sollen spätestens mit Inkrafttreten des Gesetzes im Sommer bekannt werden.

Heizöl etwas günstiger erwartet
Die weltweiten Spannungen sind weiterhin Haupt-Ausschlaggeber der Heizölpreisentwicklungen. Die allgemeine Unsicherheit sorgte hier zuletzt für teils deutliche Preisanstiege, welche sich heute leicht zu entspannen scheinen. Dementsprechend können Abnehmerinnen und Abnehmer in der Bundesrepublik heute mit leichten Abschlägen im Heizölpreis über durchschnittlich -0,20 bis -0,60 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Dienstagvormittag rechnen.