Niedrigste Kraftstoffpreise des Jahres im August – Jahrestiefststand bei Diesel am 29. und bei Super E10 am 30. August

November 3, 2023

Die Spannungen und Unsicherheiten am globalen Ölmarkt reißen nicht ab und brachten die europäische Rohöl-Sorte Brent erstmals seit 2 Monaten auf einen Börsenpreis über 100 Dollar je Barrel (159 Liter). Die Lieferausfälle und Engpässe für das „flüssige Gold“ werden mit der anhaltenden Dauer der Sperre der Straße von Hormus, sowie den weiteren Auseinandersetzungen zwischen der Ukraine und Russland, immer deutlicher und wirken sich erheblich auf die Preisentwicklung am Markt aus.

Schiffsverkehr durch Straße von Hormus auf tiefstem Stand seit Mai
Die Seeroute der Straße von Hormus, südwestlich des Iran und nahe einer Vielzahl wichtiger Exporthäfen des Nahen Osten, ist weiterhin in den Konflikt zwischen den USA und dem Iran verwickelt. Dabei kam es in den letzten beiden Wochen immer wieder zu Angriffen auf Handelsschiffe in der Wasserstraße, welche die Sicherheit des Frachtverkehrs schwer einschränken.

Dennoch versuchen Schiffe weiterhin die Meerenge zu passieren, um inmitten der explodierenden Ölpreise irgendwie die Versorgung ihrer Raffinerien und Bevölkerungen zu sichern. Doch die Zahl der Öltanker, die das Gefahrengebiet durchqueren, sinkt stetig und fiel Daten des Analyseunternehmen Kpler zufolge auf den tiefsten Stand seit 11 Wochen, da nur ein einziger Öltanker die Meerenge am Mittwoch durchquerte.

Schiffsverkehr durch das Rote Meer scheinbar weiterhin möglich
Knapp 2000 Kilometer weiter südwestlich, im Roten Meer, scheint der Schiffsverkehr durch das Rote Meer und die Meerenge von Bab el-Mandeb im Süden des Gewässers weiterhin möglich zu sein. Anfang der Woche kündigte die jemenitische Huthi-Miliz an, die Engstelle für saudische Schiffe zu blockieren, zur Wochenmitte griffen sie bestätigt ein Schiff aus Saudi Arabien an. Jedoch scheint der Verkehr für nicht-saudische Schiffe weiter freigegeben zu sein. So kreuzten am Donnerstag 32 Schiffe die Meerenge, gegenüber 26 Schiffe am Mittwoch, darunter auch 9 beladene Öltanker.

Heizölpreise steigen vor dem Wochenende leicht an
Die geopolitischen Spannungen und Engpässe am Markt aufgrund der Exporteinschränkungen aus dem Nahen Osten treiben die Ölpreise in den letzten Tagen weiter nach oben. Und auch wenn die Börsenpreise am Freitagmorgen moderate Abwärtsbewegungen anzeigen, muss aktuell mit Preisanstiegen bei Heizöl über +0,70 bis +1,70 Euro pro 100 Liter gegenüber Donnerstagvormittag gerechnet werden. Aufgrund der unsicheren Entwicklungen sind diese Preise jedoch nur näherungsweise Richtwerte und können sich jederzeit wieder ändern.