Öffnet in einem neuen Tab

Niedrige Ölpreise setzen OPEC unter Druck – Heizölpreise gehen weiter zurück

November 3, 2023

Die Konfliktsorgen rund um den Nahen Osten und Befürchtungen zu anhaltenden Einschränkungen am Ölmarkt kochten zwischen Montagabend und Dienstagmorgen aufgrund erneuter Angriffe der Huthi-Miliz gegen saudische Ölanlagen weiter hoch. In direkter Folge, sowohl aus Angst vor Versorgungsengpässen als auch um die Sicherheit laufender und geplanter Transporte, stiegen die Risikoprämien für Öltransporte aus Saudi Arabien erneut deutlich an, was sich durch Preisanstiege am globalen Markt kennzeichnet.

Huthi-Miliz meldet erneut Angriffe auf saudische Energieanlagen
Bereits vergangenes Wochenende gab es Meldungen, dass die jemenitische Huthi-Miliz wieder Schiffe ins Visier von Angriffen genommen hat, die die Meerenge Bab al-Mandab im Süden des Roten Meers passieren wollen. Ebenso gab es Angriffe auf die Hafenstadt Yanbu im Westen Saudi Arabiens. In der Nacht zum Dienstag kam es der Miliz zufolge zu Angriffen auf saudische Flughäfen, militärische Einrichtungen, administrative Gebäude der Ölfirma Saudi Aramco sowie Treffer am Ölfeld Schaiba im Südosten des Landes.

Klare Bestätigungen zu den letzten Angriffen blieben bislang aus. Für den Ölmarkt reicht es jedoch aus, dass eine Seite diese Meldungen getätigt hat, da es darauf schließen lässt, dass entweder überhaupt Angriffe stattgefunden haben, oder die Bereitschaft dazu bestehen bleibt. In direkter Folge stiegen die Risikoprämien für Waren aus dem Nahen Osten und für Transporte von Waren nahe der saudischen Küste und der Meerenge von Bab al-Mandab.

Iran erklärt 7-Tage-Öffnungsplan von Hormus als weiterhin durchführbar
Bereits Mitte September erklärte der Iran, man habe einen 7-Tage-Plan um die Straße von Hormus zu öffnen, sollte die USA sich auf Friedensvereinbarungen mit dem Iran einlassen. Gestern pochte die Regierung aus Teheran erneut darauf, dass Washington entsprechend schnelle Friedensgesuche und Sanktionslockerungen mit dem Iran klären sollte, um die Meerenge und damit den freien Handel wieder zu öffnen. Dann wäre eine Durchführung des 7-Tage-Plans weiterhin möglich. Genauere Details warum der Iran diese Aussagen auf einmal brachte oder ob die USA aktuell weiterhin in Friedensverhandlungen mit dem Nahost-Land steht, wurden nicht gemacht.

Huthi-Saudi-Sorgen bringen deutliche Preisanstiege bei Öl und Produkten
Mit den Sorgen zu den anhaltenden Angriffen auf saudische Exportwege und Ölanlagen steigt auch die Angst vor weiteren Einschränkungen von Ölexporten aus dem Nahen Osten. Für uns in Deutschland bringt dies weitere Anstiege bei Erdöl und dessen Produkten, weshalb Abnehmer derzeit mit Preisaufschlägen von +4,45 bis +5,45 Euro pro 100 Liter gegenüber Montagvormittag rechnen müssen. Diese Preise sind wie gewohnt nur Momentaufnahmen und können sich in Abhängigkeit geopolitischer und markttechnischer Entwicklungen jedoch jederzeit wieder ändern.