Neue Kriegsangst in Nahost – Ölpreise auf 7-Wochen-Hoch – Heizöl teurer

November 3, 2023

Die Ölbörsen wurden am Donnerstagabend ordentlich durchgeschüttelt, als Infos zu einem vermeintlich fertiggestellten Friedensabkommen von mehreren anonymen Quellen und einer US-amerikanischen Nachrichtenplattform gemeldet wurden. Dies führte zu einem moderaten Preisrückgang an den Rohöl- und Produktbörsen, welcher sich größtenteils auch heute noch fortsetzt.

Rahmenabkommen zwischen USA und Iran nimmt Form an
Mehr und mehr Infos scheinen sich rund um ein „Memorandum of Understanding“, eine Absichtserklärung zu einem Friedensvertrag zwischen den USA und dem Iran, zu bilden und festigen. So kündeten gestern drei verschiedene Quellen an, dass dieser Grundbaustein für die Friedensfindung zwischen den USA und dem Iran effektiv fertiggestellt sei, und nur eine Unterschrift des US-Präsidenten fehlen würde.

Diese Info relativierte sich zwar teilweise, als der Iran meldete, ein solches Abkommen sei in Wirklichkeit noch nicht fertig und müsse erst noch mit mehreren Personen besprochen und fertiggestellt werden, dennoch kommen mehr und mehr Informationen durch, dass ein Rahmenabkommen schon sehr bald abgeschlossen sein könnte. Die Hoffnungen auf diese zumindest anteilige Friedensfindung ließ die Ölpreise an den Börsen am Donnerstagabend moderat sinken.

Lagerbestände für Öl und Ölprodukte nehmen ab
Eine zeitnahe Friedensfindung wäre auf vielen Ebenen gut, nicht nur für allgemeine Preissenkungen bei allem was mit Energie und Nahost-Waren zu tun hat, sondern auch in den Lagern für Energiemittel weltweit. Vor Beginn des aktuellen Nahostkonflikts wurden rund 20 Mio. Barrel an Rohöl und Ölprodukten jeden Tag durch die derzeit noch gesperrte Meerenge „Straße von Hormus“ transportiert.

Durch Umleitungen und vorsichtige Einzellieferungen können von ebenjenen 20 Mio. immerhin knapp 4-9 Mio. Barrel täglich weiterhin auf den Weltmarkt kommen. Die fehlenden Mengen sorgen am internationalen Markt jedoch für regelrechte Preiskämpfe und Engpässe, weshalb immer mehr auf staatliche Reserven zugegriffen wird, die jedoch auch deutlich abnehmen.

Noch ist die Situation nicht ernsthaft kritisch, dennoch melden zum Beispiel die USA  seit knapp 5 Wochen jede Woche sinkende Vorräte bei Öl und vielen Produkten. Die EU-Kommission warnte gestern ebenfalls, dass bei Flugkraftstoff deutliche Versorgungsengpässe im Sommer zu erwarten sind, wenn die Seestraße aus dem Nahen Osten nicht innerhalb weniger Wochen geöffnet wird. Die Lage bleibt entsprechend angespannt, auch wenn aktuell mehr Optimismus an der Tagesordnung steht.

Heizöl zum Wochenendbeginn günstiger erwartet
Mit den wachsenden Hoffnungen auf einen mindestens vorübergehenden Friedensschluss im Nahen Osten zwischen den USA und dem Iran, sanken die Öl- und Ölproduktpreise am Donnerstagabend und bis in den Freitag moderat ab. Davon profitieren heute auch die Abnehmer von Heizöl, welche aktuellen Erwartungen zufolge mit Preisabschlägen von -2,25 bis -2,95 Euro pro 100 Liter gegenüber Donnerstagvormittag rechnen können.