Naher Osten: Aussicht auf Waffenstillstand lässt Ölpreise fallen – Heizöl moderat billiger

November 3, 2023

Seit Jahresbeginn kam es bei den Heizölpreisen zu langsamen aber konstanten Preisanstiegen im Rahmen geopolitischer Spannungen.  Der am Wochenende neu aufgeflammte Nahostkonflikt, insbesondere zwischen dem Iran, Israel und den USA, sorgte für umfassende Einschränkungen in einer der wichtigsten Transportrouten für weltweite Ölexporte, weshalb die Ölpreise in den letzten Tagen in die Höhe schossen.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Während die Heizölpreise bis vor kurzem noch einem leichten Aufwärtstrend folgten, kam es am Wochenende im Zug des neu entfachten Iran-Israel-USA-Konflikts zu einer regelrechten Explosion der Ölpreise. Im Lauf des Wochenendes stiegen die Ölpreise aufgrund von Risikoprämien und scharfen Lieferbeschränkungen auch in Deutschland um +12,42 Euro pro 100 Liter Heizöl. Im Vergleich zu vor einer Woche zahlen Abnehmer von Heizöl heute rund +13,45 Euro mehr, im Vergleich zu Anfang Februar knapp +15,42 Euro mehr.

Langfristige Preisentwicklung
Auf langfristige Sicht sorgte der erneute Ausbruch im derzeitigen Nahostkonflikt für Preisanstiege, welche Heizöl derzeit auf Höchstpreisen seit November 2023 handeln lässt. Das führt auch im langfristigen Preisvergleich zu entsprechend deutlichen Signalen. Im Vergleich zu vor 3 Monaten zahlen Käufer von Heizöl aktuell +21,14 Euro mehr, entsprechend +23,4 Prozent, als Anfang Dezember. Verglichen mit dem Märzbeginn der letzten Jahre sind die Preise aktuell +12,87 Euro teurer als vergangenes Jahr und +8,12 Euro höher als im März 2023.

 

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Angriffe der USA und Israel auf den Iran
Israel und die USA starteten am Wochenende eine Reihe Angriffe auf den Iran und dessen Hauptstadt. In diesem Zusammenhang wurde auch der oberste Führer der iranischen Regierung, Ajatollah Ali Chamenei, getötet. Die Eskalation lässt eine Reihe Risikoprämien in die Höhe schießen und setzt große Teile der weltweiten Ölversorgung und Ölexporte bzw. Importe unter Druck.

– Durchfahrt der Straße von Hormus gestoppt
Mit Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten kommt es zu einer De-Facto Sperre der Straße von Hormus. Auch wenn die iranische Regierung eine echte Sperre verneint, wurden bereits mehrere Öltransporter von der Durchfahrt abgehalten und auch attackiert, weshalb die Öltransporte der weltweit vermutlich wichtigsten See-Handelsstraße effektiv still stehen.


Was spricht aktuell für sinkende Preise?
– Trump-Zölle in Höhe von 10 Prozent treten in Kraft
Vergangenes Jahr erhob die USA eine Reihe Zölle gegen verschiedene Länder und einen Großteil derer Waren. Diese Sonderzölle wurden vor rund eineinhalb Wochen für ungültig erklärt und mussten beendet werden. In direkter Folge startete Trump eine neue Zolloffensive – 10 Prozent Importzolle an alle Warentransporte in die USA. Dabei sind die neuen Zölle insgesamt deutlich seichter und entlasten damit den Markt etwas.

Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 02.03.2026