Nachfrage nach E-Autos bricht im 1. Halbjahr ein – Deutlicher Preisrückgang beim Heizöl

November 3, 2023

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran sorgten für erhebliche Unruhe im Nahen Osten und legten den Frachtverkehr durch die wichtigste Öl-Transportroute der Welt, die Straße von Hormus, effektiv lahm. Dies sorgte in den letzten Tagen für deutliche Preisanstiege bei Rohöl, aber nochmal deutlicher bei den Ölprodukten, da deren Verfügbarkeit durch die Transportengpässe der vergangenen Monate bereits deutlich eingeschränkt war und sich nun weiter verschärfen könnte.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Die kurzfristige Preisentwicklung zeigt sehr deutlich, wie empfindlich die Märkte auf die erneuten Spannungen im Nahen Osten reagieren. Im Vergleich zum Freitag blieben die Heizölpreise aktuell quasi unverändert, mit einer minimalen Abweichung von -0,08 Euro am Montagvormittag. Gegenüber Montag letzter Woche stiegen die Preise jedoch um +11,50 Euro an, da sich herausstellte, dass die aktuelle Entwicklung im Nahen Osten und in Russland deutlich längere und stärkere Auswirkungen auf den Markt haben dürfte. Verglichen mit vor einem Monat, als die Spannungen zum US-Iran-Konflikt sich zwischenzeitig deutlich gelegt haben, zahlen Heizölkäufer in Deutschland aktuell rund +25,49 Euro mehr pro 100 Liter.

Langfristige Preisentwicklung
Auch in der langfristigen Beobachtung zeigen sich die Preisentwicklungen aufgrund des US-Iran-Konflikt sehr deutlich. So zahlen Käufer von Heizöl aktuell +9,73 Euro mehr als vor drei Monaten. Damals verdichteten sich die Stimmen zu Friedensplänen und Vereinbarungen zwischen beiden Ländern, auch wenn diese nicht lang andauerten. Blicken wir weg vom Nahostkonflikt und auf die Preisentwicklung im Vergleich zu den Vorjahren, zahlen Käufer von Heizöl aktuell +42,97 Euro mehr als Ende Juli 2025, entsprechend einem Preisanstieg von +45,20 Prozent. Gegenüber der Sommersaison 2024 zahlen Heizölkäufer zurzeit +40,05 Euro mehr pro 100 Liter.


Was
spricht aktuell für steigende Preise?

– Iran-Angriffe treffen Ölanlagen im Nahen Osten
Bei den Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran hat der Iran Ölanlagen in Kuwait und Bahrain getroffen. Das genaue Ausmaß der jeweiligen Schäden ist unbekannt, da es im Fall Kuwait jedoch zu Bränden kam, muss mindestens mit kurzzeitigen Ausfällen gerechnet werden.

Iran sucht Huthi-Unterstützung für mögliche Sperre des Roten Meer
Der Iran hat vergangene Woche Gespräche mit der jemenitischen Huthi-Miliz gesprochen und diese darum gebeten, den Zugang zum Roten Meer über die Meerenge Bab el-Mandab im Süden zu blockieren, sollten die Konflikte weiter ausarten.

– Ukraine setzt Angriffe auf russische Ölanlagen fort
Die Ukraine setzt ihre Angriffe auf russische Raffinerien und Schiffe fort und versucht ihr bestes, die russische Ölverarbeitung und Exportmöglichkeiten einzuschränken und zu beschädigen. Das reduziert das Angebot von Ölprodukten am Weltmarkt aktuell deutlich

Was spricht aktuell für sinkenden Preise?

– Energieanalysten erwarten starke Überversorgung nach dem Nahostkonflikt
So chaotisch wie die aktuelle Lage auch ist, aktuellen Erwartungen zufolge rechnen die meisten großen Energieinstitute und Analysten für das kommende Jahr mit einer deutlichen Überversorgung von Erdöl, wenn der Konflikt zwischen den USA und dem Iran relativ bald endet.

Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 20.07.2026