Nach Eskalation: USA verhängen neue Sanktionen gegen den Iran – Heizölpreise geben weiter nach

November 3, 2023

Der Konflikt zwischen dem Nahen Osten und dem Iran geht ungebremst weiter. In der Nacht zum Freitag führte das US-Zentralkommando CENTCOM weitere Angriffe auf iranische Ziele durch, welche mit iranischen Angriffen auf US-Stützpunkte im Nahen Osten beantwortet wurden. Gleichzeitig gab es Meldungen zur indirekten Zusammenarbeit des Iran und der im Jemen-ansässigen Huthi-Miliz, welche damit drohen, eine andere wichtige Meerenge im Roten Meer zu blockieren. Die Rohölpreise blieben davon unbeeindruckt, Ölprodukte wurden jedoch teurer

Huthi-Miliz droht Saudi Arabien mit Angriffen und Sperre wichtiger Meerenge
Anonyme Quellen meldeten gestern, dass der Iran die jemenitische Huthi-Miliz dazu aufgefordert hätte, eine Seeblockade an der Meerenge „Bab al-Mandeb“ zwischen dem Roten Meer und dem Arabischen Meer vorzubereiten. Während die anonymen Quellen gestern erklärten, dass die Meerenge blockiert werden soll, sobald die USA Energieinfrastrukturen des Iran angreift, meldete sich der Anführer der Miliz-Gruppe selbst und fügte hinzu, dass eine Sperre unabdingbar sein, sollte Saudi Arabien Stellungen der Huthi-Miliz angreifen oder sonstige Blockaden gegen sie errichten.

Die Huthi-Miliz ist eine hochmilitärische Strömung des Islam, die gegen die Regierung des Jemen ankämpft. Da diese Regierung von Saudi Arabien unterstützt wird, kam es schon mehrfach zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen der Miliz und dem saudischen Militär. Dabei kam es unter anderem zwischen 2023 und 2025 wiederholt zu Angriffen auf Schiffe im Roten Meer und vereinzelter Beschlagnahmungen verschiedener Frachter. Die Spannungen zwischen Huthi und Saudi Arabien beruhigten sich bis Ende 2025 deutlich wieder, kochten in den letzten Tagen jedoch wieder auf, als die jemenitische Landesregierung einen Flughafen unter Miliz-Kontrolle angriff.

Die Meerenge Bab al-Mandeb im Süden des Roten Meers ist auf globaler Sicht anders für den Weltmarkt wichtig als die Straße von Hormus, welche zentraler im Nahen Osten liegt. Während Saudi-Arabien die Strecke für die eigenen Ölexporte braucht, ist die Route durch das Rote Meer und die Meerenge darunter besonders für den Frachtverkehr durch den Suez-Kanal wichtig, welcher eine zentrale Route für Warentransporte zwischen dem Mittelmeer und dem Indischen Ozean und damit dem südasiatischen Raum darstellt. Umleitungen entlang der Küste Afrikas sind zwar möglich, bedeuten aber drastische Anstiege von Frachtkosten und verlängerte Lieferzeiten von rund zwei Wochen .

Rohölmärkte bleiben gelassen, Produktmärkte werden unruhig
Da trotz der Spannungen rund um die Meerengen im Nahen Osten weiterhin Exporte aus der Region stattfinden, wenn auch deutlich reduziert, sind die Ölmärkte aktuell noch etwas entspannter zur Krisensituation. Zwar gab es Anfang Juli deutliche Preisanstiege bei Rohöl, seit Dienstag bewegen sich die Kosten pro Liter Rohöl jedoch in enger Spanne und sind weiterhin unter dem Niveau von vergangenem Frühling. Die Produktmärkte, also für Heizöl und Treibstoffe, sind hingegen deutlich angespannter, da neben den Nahost-Spannungen auch der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine die weltweite Versorgung mit Treibstoffen scharf einschränkt. Damit ist das Angebot am Weltmarkt deutlich limitiert, was die Preise für alle Ölprodukte höher drückt.

Heizölpreise vor dem Start ins Wochenende gestiegen
Zum heutigen Freitag zeigen die Börsen weitere Preisanstiege bei Zwischenprodukten in der Erdölverarbeitung, was ebenso die Heizölpreise in der Bundesrepublik steigen lässt. Dabei werden aktuell durchschnittliche Aufschläge in Höhe von +2,10 bis +3,10 Euro pro 100 Liter gegenüber Donnerstagvormittag erwartet. Aufgrund der angespannten Lage und möglicher, geopolitischer Entwicklungen können sich diese Preisentwicklungen jedoch jederzeit ändern und gelten nur als eine Näherung zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.