Milde Witterung lässt Energie-verbrauch in Deutschland sinken – Heizöl mit leichten Aufschlägen

November 3, 2023

In den vergangenen Wochen sind die Heizölpreise im Bundesgebiet stetig angestiegen. Bei robuster Saisonnachfrage spiegeln sich in den jüngsten Preissteigerungen vor allem geopolitische Unsicherheiten wie etwa die Spannungen zwischen den USA und Iran wider. Doch auch Angebotsausfälle durch den Wintersturm in den USA stützen die Börsen seit letzter Woche und ziehen damit auch heute die Inlandspreise nach  oben.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Die durchschnittlichen Heizölpreise in der Bundesrepublik sind aktuell knappe +0,43 Euro teurer als zum Freitag. Die Preise sind in den letzten Wochen immer wieder gestiegen, weshalb Heizöl zurzeit im Schnitt +1,57 Euro teurer ist als vergangenen Montag. Noch vor gut einem Monat hatten die Preise Inlandspreise ein Mehrjahrestief markiert, doch sind sie seitdem um über 6 Prozent gestiegen und kosten heute im Vergleich zum 26. Dezember im Durchschnitt 5,47 Euro mehr.

Langfristige Preisentwicklung
Auf längere Sicht betrachtet zeigt sich aber auch, dass die Heizölpreise in den vergangenen sechs Monaten auch schon deutlich höher lagen als aktuell. Im Vergleich zu Mitte Oktober ergibt sich für die Verbraucherinnen und Verbraucher aktuell ein Plus von +1,22 Euro, doch schon der Vergleich mit Ende November zeigt, dass noch Luft nach oben besteht. Die langfristige Trendbox zeigt zudem, dass die Heizölpreise im Jahresvergleich immer noch eher günstig sind.

 


Was spricht aktuell für steigende Preise?

Wetterbedingte Ausfälle in den USA
In den USA wütet seit letzter Woche ein massiver Wintersturm, der auch die Öl- und Gasindustrie in den USA in Mitleidenschaft zieht. Vor allem die Gasproduktion und -versorgung ist betroffen, doch auch erste Raffinerien mussten ihre Verarbeitung drosseln. Der Ausfall wirkt stützend, dürfte aber temporär bleiben. 

– Spannungen zwischen den USA und Iran
Seit Wochen herrschen im Iran Unruhen, die vom Regime grausam niedergeschlagen werden. Die USA hatten zuletzt immer wieder gedroht, auch militärisch in den Konflikt einzugreifen, das Säbelrasseln der beiden Staaten lässt nicht nach. Am Ölmarkt sorgen Unruhen im Iran und in der gesamten Region für Unsicherheit, da die Lieferrouten und die Produktion schnell von Ausfällen und Störungen betroffen sein könnten. 

– Anhaltender Konflikt zwischen Ukraine und Russland
Die Spannungen und Angriffe zwischen den beiden Ländern weiten sich auf Handelsrouten in und um das Schwarze Meer aus, was Risikoprämien und Frachtkosten steigen lässt. Erste trilaterale Gespräche seit Monaten haben am Wochenende keine Ergebnisse gebracht.

Was spricht aktuell für sinkende Preise?

– Deutliche Überversorgung am Ölmarkt
Weiterhin bleibt die Aussicht auf eine Überversorgung für das laufende Jahr bestehen. Nicht nur die OPEC+ weitet ihr Ölangebot aktuell aus, auch in Ländern wie den USA oder Brasilien steigen die Fördermengen stetig, während die Nachfrage eher schleppend hinterherkommt.  Die Internationale Energieagentur IEA prognostiziert in ihrem letzten Ölmarktreport ein Überangebot von fast 4 Millionen Barrel pro Tag, das US-Energiministerium EIA geht immerhin noch von knapp 3 Millionen Barrel täglich aus.

 

Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 26.01.2026