Kraftstoffpreise weitgehend stabil – Benzin im Wochenvergleich um 0,1 Cent günstiger, Diesel um 0,4 Cent

November 3, 2023

Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran zeichnet sich immer noch keine Entspannung ab. Vielmehr scheint die Lage weiter zu eskalieren. Aktuellen Schätzungen des US-Energieministeriums zufolge dürfte es im laufenden Jahr angesichts der geringeren Angebotsmengen aus der Golfregion zu einem deutlichen Angebotsdefizit kommen. Für 2027 rechnet die Energy Information Administration (EIA) jedoch mit einem umfangreichen Überangebot.

 

Hormus: Iran droht Schiffen mit dauerhaftem Durchfahrverbot
Anfang der Woche hieß es aus dem Iran, die Islamische Republik werde eine Sperrzone vor der Straße von Hormus einführen. Am gestrigen Mittwoch drohte nun der Sprecher der Revolutionsgarden (Islamic Revolutionary Guards Corps, kurz: IRGC), dass jedes Schiff, das in diese Sperrzone einfahre, mit einem dauerhaften Durchfahrverbot für die Meerenge belegt werde. Unklar bleibt derweil noch, wo diese Sperrzone genau verlaufen soll. Dies werde noch bekannt gegeben, so  der IRGC-Sprecher.

 

Darüber hinaus gab ein hochrangiger Vertreter der iranischen Regierung an, der Iran werde noch schärfere Vergeltungsmaßnahmen ergreifen, sollten die USA ihre Angriffe auf iranisches Territorium sowie die Infrastruktur des Landes nicht beenden. Mittlerweile verfüge der Iran über genügend Raketen, um einen lang andauernden Konflikt auszutragen, so der Regierungsvertreter.

 

EIA korrigiert Preisprognosen für 2026 und 2027 nach oben
Angesichts der erneuten Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran sowie der weiterhin stark eingeschränkten Schifffahrt in der Straße von Hormus geht die EIA in ihrem gestern veröffentlichten Monatsbericht für 2026 von einem Angebotsdefizit von knapp 2 Mio. B/T aus. Für 2027 rechnen die Experten dagegen mit einer Überversorgung von 4,9 Mio. B/T.

 

Die Preiserwartungen für die europäische Rohölsorte Brent und die US-Sorte WTI wurden von der EIA für dieses und das kommende Jahr nach oben korrigiert. So dürfte ein Barrel Brent 2026 mit durchschnittlich 91,01 Dollar etwa 4 Dollar mehr kosten, als es die EIA noch im August erwartet hatte. Für 2027 prognostiziert die Behörde zwar immer noch einen Preisrückgang, mit 73,74 Dollar pro Barrel dürfte Brent allerdings ebenfalls rund 4 Dollar mehr kosten als laut dem August-Bericht der EIA.

 

Heizölpreise teils etwas weicher erwartet
Während Brent gestern erstmals seit Ende Juli wieder oberhalb der 100 Dollar-Marke schloss, kletterte Gasoil zeitweise auf den höchsten Stand seit Anfang April. Heute Morgen kam der Gasoil-Kontrakt allerdings nicht über das Hoch von gestern hinaus. Stattdessen gab er zuletzt wieder leicht nach. Dies führt bei den Inlandspreisen dazu, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet derzeit teils noch mit leichten Abschlägen rechnen dürfen. Insgesamt werden die Preise bei –0,40 bis +0,20 Euro pro 100 Liter Heizöl gegenüber Mittwochvormittag erwartet. Diese Zahlen sind jedoch nur eine Momentaufnahme und können sich je nach geopolitischen Entwicklungen jederzeit ändern.