Huthi-Miliz und Piraten belasten zunehmend Öltransporte – Heizölpreis kaum verändert

November 3, 2023

Das Ende der aktuellen Arbeitswoche ist an den Ölbörsen von allgemeiner Unsicherheit geprägt. Während im Nahen Osten aktuell Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran stattfinden, welche aktuellen Vorhersagen sobald keine eindeutigen Ergebnisse liefern könnten, nähert sich Indien den Vorgaben der USA an. Hier will man stärker auf russisches Öl verzichten und greift stattdessen nach Ware aus Venezuela.

Handelsabkommen USA-Indien in den Startlöchern
Anfang der Woche bestätigten die USA einen neuen Handelsdeal mit Indien. Diesem zufolge sollen die Steuersätze auf viele indische Güter in den USA von 25% auf 18% reduziert werden, während der Strafzollsatz für die Unterstützung russischer Ölverkäufe auf Waren aus Indien, in Höhe von nochmal 25%, komplett entfallen soll. Im Gegenzug verpflichtet sich Indien, russische Ölimporte möglichst schnell zu beenden oder zumindest drastisch herunterzufahren, Energieprojekte der USA zu unterstützen und Investitionen sowie Großeinkäufe bei US-Firmen tätigen.

Genaue Details zu den Vorgaben sollen in naher Zukunft folgen, ein Punkt wird jedoch sehr argwöhnisch beäugt- die Importe von russischem Öl. Denn dieses kauft Indien aufgrund sehr günstiger Preise entsprechend gerne. Zwar sanken die Importe in den letzten Wochen drastisch, auf mehrfaches Drängen des US-Präsidenten, eine klare Linie will das südasiatische Land dennoch nicht fahren sondern lässt die Entscheidung lieber bei den Raffineriebetrieben, die das Öl schließlich auch verarbeiten

Erster indischer Konzern bestätigt Kauf von Venezuela-Öl
Im Rahmen der Gespräche zum Handelsabkommen wurde Indien auch die Freigabe zu Käufen von venezolanischem Öl erteilt. Das ließ der indische, private Raffineriekonzern „Reliance Industries“ sich nicht zweimal sagen. Gestern bestätigten anonyme Handelsexperten, dass aus Indien bereits ein erster Kaufauftrag von venezolanischem Öl mit Lieferung im April getätigt wurde. Andere, indisch-staatliche Raffineriebetrieb äußerten ebenfalls ihr Interesse, bestätigten jedoch noch keine Käufe.

Ob Indien damit wirklich die Käufe von russischen Waren einstellt, bleibt abzuwarten und ist auf aktueller Sicht auch eher unwahrscheinlich, schon alleine aufgrund bestehender kurz- und mittelfristiger Kaufverträge bei russischen Ölfirmen. Daher warten viele, auch indische Raffineriebetriebe selbst, auf klarere Aussagen und Richtungen, rund um den Kauf von Öl und Ölprodukten nach Indien. Daher ist auch noch nicht sicher, wie stark die Märkte davon in naher Zukunft beeinflusst werden könnten.

Inlandspreise kaum verändert
Die aktuellen Spannungen und Unsicherheiten an den Ölbörsen sorgen für ein reges Auf und Ab der Ölpreise, und damit auch für stetige Schwankungen bei den Ölprodukten. In Deutschland scheinen diese jedoch bisher kaum angekommen zu sein. So werden beim Kauf von Heizöl aktuell kaum Unterschiede bei den Heizölpreisen mit kleinen Preisschwankungen in Höhe von -0,20 bis +0,20 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Donnerstagvormittag erwartet.